Facebook ist stets um mein Wohl besorgt und zeigt sich immer von seiner kreativen Seite. Ständig erhalte ich Jubiläums-Meldungen. Zuletzt kam folgendes: «Hallo Tim, du hast hundert Freundschaften auf Facebook. Wir finden, das ist ein Grund zu feiern!» Darunter prangten Bilder von neun Facebook-Bekannten.

Wie herzig, dachte ich. Fast hätte ich auf den «Teilen»-Button gedrückt. Dann merkte ich aber schnell, dass ich gar nichts zu feiern habe. Hundert Freundschaften auf Facebook? Das ist mega-peinlich wenig. Meine Facebook-Freunde haben jeweils Hunderte, wenn nicht Tausende Freunde. Diese Erkenntnis war extrem deprimierend.

Das muss aber kein Problem sein, weder für mich noch für Facebook. Denn beim Facebook-Messenger gibt es längst einen Chatbot gegen Depressionen und Angstzustände. Kein Witz. Er heisst Woebot, spricht nur Englisch, ist aber rund um die Uhr verfügbar. Unterstützt durch künstliche Intelligenz, will er mein positives Denken fördern. Oder, um es mit Woebots Worten zu sagen: «I’m ready to listen.»

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Ich bin mir nicht sicher, ob Woebot es beim Zuhören belassen will. Er will sicher auch reden und mich – wenn ich ihm blind vertraue – überreden, viel mehr Zeit auf Facebook zu verbringen. Und viel öfter auf «Teilen» zu drücken. Damit es für mich auch in Sachen Facebook-Freundschaften besser läuft.