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Grafiken
Wann setzt der Wirtschaftsboom ein?

Konsumenten haben vom starken Franken profitiert: Banhhofstrasse in Zürich.

Der schwache Franken beflügelt die Exporte: Erforschen Sie die Schweizer Wirtschaftszahlen im interaktiven Quiz.

Von Simon Schmid
20.11.2017

Euroland boomt – und auch in der Schweiz läuft es rund. Zumindest suggerieren dies die Vorlaufindikatoren. Wann startet die hiesige Wirtschaft so richtig durch? Vor zwei Monaten luden wir Sie zu einem rückblickenden Fazit über den Frankenschock ein – mit einem interaktiven Grafik-Quiz zum selber Zeichnen. Nun blicken wir nach vorne, und präsentieren ein weiteres Grafikset zur Schweizer Volkswirtschaft.

Die Aufgabe

Die Ausgangslage ist ähnlich: Sie sehen ein Set von Grafiken, die dargestellten Kurven hören jedoch Ende 2014 auf, also unmittelbar vor dem Frankenschock. Machen Sie sich Gedanken zum weiteren Verlauf. Was geschah seither mit dem Wechselkurs, in der Realwirtschaft?

Zeichnen Sie Ihre Schätzungen zum tatsächlichen Verlauf dieser Kurven ein, indem Sie mit der Maus in die Grafiken klicken.

Bereit für die Konjunkturanalyse? Los geht's!

1. Der Währungskurs

Lassen wir zunächst die Entwicklung am Devisenmarkt noch einmal Revue passieren. Aber ganzheitlich: Dargestellt ist hier nicht der übliche Euro-Frankenkurs, sondern der handelsgewichtete, reale Wechselkurs im Quartalsmittel. Je höher der Kurs, desto stärker der Franken.

2. Die Exporte

Wenn es Bewegungen im Devisenmarkt gibt, betrifft dies an erster Stelle die Exportwirtschaft. Der Franken wurde teurer: Wie stark litten die Ausfuhren darunter? Hier eine Grafik der quartalsweisen Exportzahlen – in Milliarden Franken.

3. Die Wirtschaftsstimmung

So viel sei verraten: Nach dem Frankenschock gab es in der Schweizer Wirtscahft einen Stimmungstaucher. Nach nicht allzu langer Zeit gaben sich Unternehmen in Umfragen aber wieder positiver. Abgebildet auf der Grafik sind die quartalsweisen Werte des Einkaufsmanager-Index. Werte unter 50 deuten auf eine anstehende Abkühlung, werte über 50 auf eine beschleunigte Konjunktur hin.

4. Die Realwirtschaft

Üblicherweise dauert es etwa ein Jahr, bis sich geldpolitische Einflussgrössen wie die Inflation oder die Wechselkurse auf das reale Wirtschaftswachstum auswirken. Nach dem Frankenschock warnten viele Ökonomen vor einer Rezession. Dazu kam es nicht – trotzdem verlangsamte sich das Wachstum.

Und heute? Hat sich die positive Stimmung bereits auf die BIP-Zahlen niedergeschlagen? Wir haben das vierteljährliche Bruttoinlandprodukt auf den Stand vor dem Frankenschock indexiert. Schätzen Sie, wie sich das BIP ausgehend davon entwickelt hat.

4. Der Arbeitsmarkt

Erinnern Sie sich noch an die Schlagzeilen nach dem Frankenschock? Viele Firmen kündigten einen Stellenabbau oder Verlagerungen ins Ausland an. Wie wirkte sich dies auf dem Arbeitsmarkt aus? Hier ist die Arbeitslosenquote des Seco – über zwölf Monate gemittelt. Schätzen Sie den Kurvenverlauf!

6. Die Inflation

Wenn Notenbanken an den Zinsen schrauben, wirkt sich dies gewöhnlich erst mit einer Verzögerung von zwei bis drei Jahren auf die Inflation aus. Nach dem Frankenschock war es anders: Die billigen Importpreise führten zu einer sehr raschen Anpassung.

Die SNB muss gemäss dem Gesetz dafür sorgen, dass die jährliche Teuerung der Konsumentenpreise zwischen 0 und 2 Prozent liegt. Ist ihr dies gelungen? Hat sich die Inflation bereits normalisiert?

Das Fazit

Die Bedingungen sind eigentlich optimal: Die Überbewertung des Schweizer Frankens hat sich auf das Niveau vor dem Frankenschock zurückgebildet, zudem herrscht in der Unternehmenswelt hochstimmung. Auch die Arbeitslosigkeit geht seit gut einem Jahr beständig zurück. Man müsste meinen, dass sich dies bald auch in der Realwirtschaft niederschlägt.

Bislang fehlt der eindeutige Beweis, dass sich die Schweizer Wirtschaft tatsächlich vom Frankenschock erholt hat – das BIP stieg im zweiten Quartal 2017 nur schwach. Bald wissen wir jedoch mehr: Am 30. November veröffentlicht das Seco die erste Schätzung zum dritten Quartal. Möglich, dass das Fazit dann klarer ausfällt.

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