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Geldberatung
Eigenheim: PK-Vorbezug mit 3a-Geld decken?

 

Vorbezug muss mit freien Mitteln geleistet werden. 3a-Gelder sind grundsätzlich keine solchen freien Mittel.

Kommentar  
Von Fredy Hämmerli
am 05.07.2016

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Frage: Zur Finanzierung meiner Eigentumswohnung nahm ich vor zwei Jahren Geld aus meiner Pensionskasse. Nun möchte ich den Vorbezug wieder zurückzahlen und dazu Mittel aus meiner Säule 3a nutzen. Ist das zulässig?

Antwort: Die Rückzahlung eines solchen Vorbezugs muss grundsätzlich aus freien Mitteln erfolgen, die noch nicht für Vorsorgezwecke gebunden sind. 3a-Gelder sind nach Auffassung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) keine solchen freien Mittel. So hat sie es in ihrem Kreisschreiben Nr. 18 vom 17. Juli 2008 festgehalten.

Die Rückzahlung darf demzufolge auch nicht vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Hingegen dürfen Betroffene die für den Vorbezug entrichtete Steuer zurückfordern – ohne Zins, notabene. Erst, wenn der Vorbezug für Wohneigentum vollständig aus freien Mitteln getilgt ist, dürfen 3a-Guthaben nach Auffassung der ESTV wieder in die Pensionskasse verschoben werden. Dies erfolgt steuerneutral und in der Regel direkt von der 3a-Stiftung in die Pensionskasse.

Die restriktive Haltung der ESTV ist bisher von keinem Gericht beurteilt worden. Es kann sein, dass ein Gericht bei einer Einsprache beziehungsweise einem Rekurs zu einem anderen Schluss käme, immerhin ist die 3a-Aus­zahlung in einem solchen Fall korrekt versteuert worden und ­eigentlich für jegliche Verwendung frei.

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