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Geldberatung
Wie lege ich langfristig für meine Kinder an?

 

Um flüssige Mittel anzulegen, welche später an die Erben gehen sollen, gibt es verschiedene Varianten. Oft lohnt es sich jedoch, professionellen Rat einzuholen.

Kommentar  
Von Florian Schubiger
am 23.06.2016

Experten beantworten Ihre Fragen

Im Bereich Invest bekommen Sie regelmässig Informationen rund um Anlagethemen. Doch oft stellen sich konkrete Fragen aufgrund der individuellen Vermögenssituation, die im Rahmen der normalen redaktionellen Berichterstattung nicht erschöpfend beantwortet werden können. Etwa bei Immobilien- und Steuerfragen gibt es immer wieder kantonale Unterschiede, die ins Gewicht fallen.

Deshalb stellen wir unseren Abonnentinnen und Abonnenten ab sofort einen neuen Service zur Verfügung und werden Ihre Fragen rund um die Vermögensanlage inklusive Immobilien und steuerlichen Aspekten von einem Expertenteam in kurzer Frist beantworten – konkret, produkteunabhängig, diskret und kompetent.

Weitere Informationen zur Geldberatung gibt es unter www.handelszeitung.ch/geldberatung.

Eine Auswahl der Fragen inklusive der entsprechenden Antworten stellen wir Ihnen wöchentlich vor.

Frage: Ich bin im Ruhestand und möchte wissen, wie zurzeit rund 500’000 Franken, die frei sind und später an meine Kinder gehen werden, heute eingesetzt werden sollen. Wir wohnen in einer nur wenig belasteten Eigentumswohnung und besitzen zudem eine Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung.

Antwort: Im momentanen Umfeld ist es nicht ganz einfach, ertragreiche Anlagen zu finden, die nicht mit erhöhten Risiken behaftet sind. Der Betrag von 500'000 Franken kann rein finanztechnisch (je nach Ihrem Alter) langfristig angelegt werden, weil Sie ihn später möchten und nicht zur Deckung der Lebenshaltungskosten benötigen. Bei einem Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr kommen als Anlage auch Aktien infrage.

Der Nachteil: Aktien können in einem schlechten Börsenjahr hohe zweistellige Wertverluste erleiden. Mehr Rendite bedeutet auch mehr Risiko. Daher stellt sich neben dem Anlagehorizont auch die Frage, ob und für welchen Teil des anzulegenden Geldes Sie Risiken eingehen möchten. Ein Konto oder sichere Obligationen schwanken nominal nur wenig. Ein grosser Nachteil besteht aber darin, dass sogenannte Nominalanlagen im Vergleich zu Sachanlagen kaum Inflationsschutz aufweisen und aktuell wenig Rendite abwerfen. In unsicheren Wirtschaftszeiten kann dies ein grosser Nachteil sein. Die hohe Staatsverschuldung kann mittelfristig zu Inflation führen.

Zentralbanken halten Zinsen tief

Ob die Zinsen in einem solchen Fall steigen, ist unklar. Zentralbanken werden viel daran setzen, die Zinsen tief zu halten. In den meisten Fällen ist es daher ratsam, das Vermögen auf möglichst viele verschiedene Anlagen zu verteilen. Weil Sie Immobilienbesitzer sind, haben Sie diesbezüglich (in Bezug auf das Gesamtvermögen) einen Vorteil. Mehr Gelder in Immobilien zu investieren würden wir eher nicht empfehlen. Je nach Risikofreudigkeit können Sie einen Mix aus Aktien, Obligationen und allenfalls Rohstoffen auswählen.

In der aktuellen Zinssituation sind alternativ zu Obligationen auch Kontoguthaben sinnvoll. Vorteil: Wenn die Zinsen allgemein steigen, steigen sie auf den Konten am schnellsten, während langlaufende Obligationen an Wert verlieren. Langfristige Obligationen sollten zurzeit nur abgeschlossen werden, wenn langfristig mit einem allgemein tiefen Zinsniveau kalkuliert wird. Am sinnvollsten sind Geldanlagen in sogenannte ETF (Exchange Traded Funds). ETF sind passive Anlageinstrumente mit niedrigen Kosten.

In Ihrer Situation ist es allenfalls empfehlenswert, sich umfassenden Rat zu holen. Achten Sie darauf, dass Ihr Berater Sie wirklich berät und nicht Produkte verkauft, die ihm hohe Provisionen versprechen. Es kann sich lohnen, sich von einem Honorarberater beraten zu lassen. Der verrechnet seinen Stundenaufwand und kann Sie so neutral beraten.

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