Führungskräfte in der Schweiz dürfen sich weiterhin über üppige Gehaltspakete freuen. Ein Einkaufschef mit vielen Jahren Erfahrung kratzt an der 200'000 Franken Marke. Ein erfahrener IT-Chef erhält inklusive Boni ebenfalls locker 200'000 Franken pro Jahr. Als Vorsitzender der Geschäftsleitung sind 410'000 Franken drin, als Mitglied der Geschäftsführung bis zu 272'000 Franken. Unter die magische Grenze von 120'000 Franken rutschen nur wenige Führungskräfte, selbst wenn sie sich auf der untersten Kaderstufe befinden. 

Wirklich erstaunlich an der diesjährigen Kadersalärstudie ist aber, dass sich der Frankenschock, also die Aufhebung des Euro-Mindestkurses, überhaupt nicht auf die Kaderlöhne ausgewirkt hat. Die Schweizer Firmen haben an ihrer Vergütungspolitik festgehalten und wollten nicht an ihren Kadern und Fachkräften sparen. Das ist ein erfreuliches Zeichen und dürfte die schwachen Zuwächse in den letzten Jahren etwas leichter verdauen lassen. In der Studie wurden 14'108 Einzelpositionen in 448 Unternehmen in der Schweiz erfasst.

Übertriebene Szenarien

Wermutstropfen für die Schweizer Kader sind tatsächlich die inzwischen fast nicht mehr vorhandenen Gehaltssteigerungen. Wie die Kadersalärstudie der Unternehmensberatungsfirma Kienbaum und der Handelszeitung zeigt, ist in diesem Jahr nicht mal 1 Prozent Steigerung drin. Im Klartext heisst das: Wer mehr Geld will, muss seinen Job wechseln. Schaut man weiter zurück, kommen einem die Jahre zwischen 2006 und 2009 wie ein Schlaraffenland vor. Das Top-Management gönnte sich in diesen Zeiten pro Jahr ein Plus von fast 5 Prozent.

Die Immunität der Schweizer Kaderlöhne gegen den Frankenschock zeigt, dass die Weltuntergangsstimmung nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses zumindest in diesem Punkt übertrieben war. Was wurde da nicht alles von drakonischen Massnahmen geredet, die keinen Stein auf dem anderen lassen werden. Für die Kaderlöhne gilt dies jedenfalls nicht.

 

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