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Wie gut sind eigentlich die Managementbücher von Donald Trump?

 

lm amerikanischen Wahlkampfgetöse wird oft vergessen, dass Trump eine lange Karriere als Management-Buchautor hat. Aber was taugen seine Ratgeber? Ein Blick in seine wichtigsten Werke.

Kommentar  
Von Stefan Mair
am 08.03.2016

«The Art of the Deal»

Das Buch Der Autor Donald Trump feiert eine äusserst erfolgreiche Premiere im Jahr 1987 mit dem Werk «The Art of the Deal». Das Buch erreichte prompt Platz eins der Bestsellerlisten und hielt sich dort 51 Wochen. Nach Meinung von Trump ist es das bestverkaufte Managementbuch aller Zeiten. Buchhändler können diese These zwar nicht bestätigen, streiten aber nicht ab, dass es sich um einen Longseller mit Millionenauflage handelt.

Der Inhalt Trump erzählt im ersten Teil des Buches von seiner Kindheit in Brooklyn und skizziert sein Leben als klassischen amerikanischen Traum. Aus Managementsicht interessant ist vor allem seine Elf-Schritt-Formel für Geschäftserfolge, für die er sich merkbar vom bekannten Autor Norman Vincent Peale inspirieren liess.

Trump über sein Ego: «Pflegen Sie Ihr Ego: Wie Sie wissen, ist es mir nie schwergefallen, mich an diese Regel zu halten. Ich habe gute Gründe dafür. Im Gegensatz zur allgemein verbreiteten Meinung ist ein stark entwickeltes Ego eine positive Eigenschaft. Es ist das Zentrum unseres Bewusstseins und vermittelt uns einen Sinn für den Zweck unserer Handlungen. Ich habe einmal gesagt: ‹Zeigen Sie mir einen Menschen ohne Ego, und ich zeige Ihnen einen Verlierer.›»
 

«The Art of the Comeback»

Das Buch Kritiker erwarteten von «The Art of the Comeback» ein Bekenntnisbuch über die grossen finanziellen Schwierigkeiten, in die Trump Ende der 1990er-Jahre durch den Einbruch der Immobilienpreise geraten ist. Zwar reflektierte Trump über die massiven Wertverluste seiner Anlage. Die Presse spöttelte aber, dass Trump keinerlei Details über sein vermeintliches Comeback offenbart. Die Erfolgsformel in diesem Fall sei wohl eher Liquidation gewesen.

Der Inhalt Das Buch enttäuscht aus Managementsicht, weil Trump schmallippig bleibt, was denn nun ­einen wirklichen Turnaround ausmacht. Diesen Makel macht der Mil­liardär aber wett mit einem Privatleben-Striptease. So zeichnet er sich als einsamen Wolf, der von vielen Freunden allein gelassen wurde. Auch die Scheidung von seiner Frau Ivana nimmt mehrere Seiten ein. 

Trump über Assistentinnen: «Umgeben Sie sich mit Menschen, denen Sie vertrauen. Es heisst zwar oft, es sei gut, paranoid zu sein, aber das gilt nicht für Ihren engsten Mitarbeiterkreis. Bitten Sie Gott um eine grossartige Assistentin. Das ist kein Scherz. Eine tolle Assistentin kann Ihr Leben einfacher machen, oder, in meinem Fall, so, dass ich es managen kann.»



«How to Get Rich»

Das Buch Nach seinem Erfolg als TV-Moderator hat Donald Trump die letzten Reste von Selbstzweifel mehr oder weniger abgelegt. In der Einleitung zu diesem 2004 erschienenen Buch über das Werden und Vergehen von Reichtum schreibt er: «Lassen Sie sich von der Kürze meiner Sätze nicht davon abhalten, die Tiefgründigkeit der Einsichten, die ich Ihnen liefere, zu geniessen.»

Der Inhalt Trump reflektiert über seinen stetig wachsenden Reichtum und gibt sein Wissen in Kurztipps an seine Leser weiter. Die Begeisterung der Presse hielt sich in Grenzen. So schrieb etwa die «Washington Post», dass die Tipps des Milliardärs «entweder Alltagswissen oder nutzlos sind».

Trump über Handshakes: «Manche Manager glauben an einen festen Händedruck. Ich glaube, dass man diese Art der Begrüssung wenn möglich vermeiden sollte. Es ist ein schrecklicher Brauch. Nur zu oft begegne ich Leuten, die ganz offensichtlich krank sind, eine schlimme Erkältung oder die Grippe haben. Es ist eine medizinische Tatsache, dass auf diese Weise Keime übertragen werden. Ich wünschte, wir würden die japanische Sitte bei uns einführen, ­einander mit einer gewöhnlichen ­Verbeugung zu begrüssen.»

 

«Trump 101 – The Way to Success»

Das Buch Um für Abwechslung auf seinen Buchcovern zu sorgen, hat Donald Trump die Zahl 101 neben seinen Namen gestellt. Was sie bedeuten soll, ist offen. Das Vorwort für das Buch schreibt Michael Sexton, damals Präsident der «Trump University», die inzwischen wegen Betrugs und Vorspiegelung falscher Tatsachen in die Schlagzeilen geraten ist.

Der Inhalt Im Buch gibt Trump Einblick in eine Woche seines Lebens und leitet daraus mehrere Tipps für aufstiegswillige Manager ab. Besonders viel Raum widmet Trump seinem Selbstbewusstsein und erweist sich diesbezüglich fast als Prophet in ­eigener Sache. «Selbstbewusstsein ist ein Magnet. Es wird Menschen in ­deine Richtung ziehen.»

Trump über Kinder: «Meine Kinder haben den Wert des Geldes durch mein Beispiel kennengelernt. Sie sehen, wie hart ich arbeite. Ich habe nicht mit ihnen darüber gesprochen, weil das nicht nötig ist – sie haben schliesslich Augen im Kopf. Sie sehen, wie ich lebe. Ich schalte das Licht aus, wenn ich das Büro verlasse. Ich freue mich immer über ein gutes Geschäft, ob ich nun ein Gebäude kaufe oder Haushaltsartikel. Ich habe bei diesen Dingen stets das Beispiel meiner ­Eltern vor Augen.»

 

«Think Like a Champion»

Das Buch 2009 erschien mit «Think like a Champion» das letzte Managementbuch von Donald Trump im ­engeren Sinne. Alle weiteren Bücher handeln von Amerikas Niedergang oder sind zusammen mit Koautoren geschrieben. Von seiner Wandlung vom Manager-Impresario zum politischen Aspiranten konnte schon ahnen, wer sich in dieses Buch vertiefte. Barack Obama wird bereits in Kapitel zwei kritisiert.

Der Inhalt Trump breitet in diesem Buch seine «Denkschule» aus. Dies tut er in 50, teilweise sehr kurzen Essays, in denen er auch spirituellen und esoterischen Themen Raum gibt. So etwa in den Kapiteln «Strive for Wholeness» und «Give your higher self a chance». Der Essay «I view my work as an Art Form» ist der Höhepunkt seiner narzisstischen Weltsicht.

Trump über Gehaltserhöhungen: «Wenn es um Ihre Karriere geht, sollten Sie bestimmte Schritte nicht unternehmen, ohne sich eine alte Weisheit ins Gedächtnis zu rufen: Timing ist alles. Wer eine Gehaltserhöhung will, muss den richtigen Zeitpunkt abwarten. Das zeigt Ihrem Chef auch, dass Sie ein gewisses Einfühlungsvermögen und die nötige Wertschätzung für das mitbringen, was gerade in ihm vorgehen mag.»
 

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