Jean-Paul Clozel hat hoch gepokert – und gewonnen. Actelion, der Roche-Spinoff, den er zusammen mit seiner Frau Martine in den letzten zwei Jahrzehnten ins grösste Biotechunternehmen Europas verwandelte, geht für 30 Milliarden Dollar an den amerikanischen Konsumgüter- und Pharmakonzern Johnson & Johnson.

Mehr noch: Die Forschung und Entwicklung, Jean-Paul Clozels liebstes Kind, wird in ein separates Unternehmen ausgelagert und mit einem Startkapital von einer Milliarde Franken ausgestattet. Die Beteiligung an Actelion 2 – oder «R&D New Co» –  wie die Einheit vorläufig heisst, bekommen die heutigen Actelion-Aktionäre als Supplément zum Kaufpreis von 280 Dollar pro Aktie dazu.

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Ein Entscheid, der Respekt verdient

Jean-Paul Clozel hat die Zweifler Lügen gestraft. Er hat erkannt, dass die Unabhängigkeit nicht mehr zu halten war und sich dann entschieden, diese möglichst teuer an den Mann zu bringen. Das verdient Respekt.

Etwas anders liegen die Dinge bei Johnson & Johnson. Die Prämie von 70 Prozent zeigt: Wer sein Portfolio heute mit kommerzialisierten Produkten zum Glänzen bringen will, der muss dafür tief in die Tasche greifen. Das Angebot an Übernahmekandidaten ist dürftig, entsprechend saftig sind die Preise.

Unklare Synergien

Wo die Synergien zum bestehenden Portfolio der Amerikaner liegen, bleibt für den Moment noch im Vagen. Lungenhochdruck, das Indikationsgebiet von Actelion, ist eine medizinische Nische. Jean-Paul Clozels Problem war, dass es ihm nie gelungen war, sich breiter aufzustellen. Doch darüber dürfen sich jetzt J& J-Chef Alex Gorsky und sein Forschungschef Paul Stoffels den Kopf zerbrechen.

Actelion-Chef Jean-Paul Clozel über den Kauf durch Johnson&Johnson: