Noch nie hat die Finanzmarktaufsicht (Finma) derart Klartext gesprochen wie gestern, als sie anordnete, dass die Bank BSI nach der Übernahme durch die EFG Bank restlos aufzulösen sei. Es lohnt sich, die Medienmitteilung im Original zu lesen. Die Verfehlungen der BSI im Zusammenhang mit dem Staatsfonds 1MDB und dem Korruptionsfall Petrobras waren maximal.

Die Bankführung reagierte weder auf kritische Fragen eigener Mitarbeiter, der Compliance-Abteilung noch auf Kritik der Finma. Und das über mehrere Jahre. Sie wusste nicht, was für Geschäfte sie für ihre Kunden abwickelte. Und das, obwohl es um Hunderte von Millionen Dollar ging.

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Gut für die Finma, beschämend für die Bank

Gut für die Finma, aber beschämend für die Bank: Die Aufsichtsbehörde erkannte von aussen ein Risiko, alleine aufgrund der Charakteristik des Geschäfts. Und das schon, bevor erstmals über 1MDB gesprochen wurde. Die Bank jedoch verschloss die Augen. Sie sah nur die Gewinne.

Ernsthaft fragen muss man sich auch, weshalb EFG-Chef Joe Strähle diese Bank kauft – und dies notabene für 1,3 Milliarden Franken, nachdem zuvor überall gemunkelt worden war, schon 1 Milliarde wäre ein respektabler Preis. Er wusste um die Verfehlungen in Singapur, wie die Finma festhält. Und 1MDB ist nur eine von vielen Baustellen der Tessiner Bank. Ist es auch bei Strähle das schiere Streben nach Wachstum? Diese Rechnung könnte für EFG noch teuer werden.