Diese Woche verkündet Samsung den Start von Samsung Pay in der Schweiz. Nach Apple lanciert der zweite grosse Handy-Hersteller ein System, mit dem Kunden in den Läden zahlen können. Noch offen ist, wie viele Banken dereinst dabei sein werden. Beim Start sind es die gleichen wie damals bei Apple Pay. Klar ist aber: Die meisten Schweizer haben jetzt ein Handy, das sich einfach in eine Kreditkarte verwandeln lässt – nur eben ohne Plastikkarte.

Damit verschlechtert sich die Position der Banken. Sie wollten mit ihrem Twint eigentlich dasselbe, haben aber ein ungemein komplizierteres Produkt erstellt. Vor kurzem abermals im Markt offiziell «eingeführt», steckt Twint in einer Betaphasen-Endlosschleife. Es soll die eierlegende Wollmilchsau sein: Zahlungsmittel, Treuekarten-Verwaltungs-App, Marktforschungs-Tool und Erweiterung des Banken-Zahlungsverkehrs. Das ist zu viel.

Vielleicht kann sich Twint als Nischenangebot in einem dieser Bereiche etablieren. Die Ansätze sind interessant. Als Alternative zu Apple Pay, Samsung Pay und ähnlichen Produkten, die noch kommen, hat Twint es aber schwer. Es ist komplizierter und funktioniert nicht im Ausland.

Zudem hat Twint viele Händler enttäuscht. Es wurde einst von der Post als billige Kreditkartenalternative mit Gebühren von wenigen Rappen lanciert – nun verlangen die Banken für die Abwicklung bis zu 1,5 Prozent. Damit ist Twint für den Handel unter Umständen teurer als die digitalen Kreditkarten von Samsung und Apple, die – anders als Twint – keine neue ­Abläufe an der Kasse bedingen. Schlechter kann man ein neues Produkt nicht promoten.

Anzeige