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Kolumne: Digitales Leben
So werde ich für Xing und Kununu zum Denunzianten

Xing-Logo
Xing-Logo auf SmartphoneQuelle: Keystone

Xing hat unseren Autor aufgefordert, zu sagen, wie es bei seinem Arbeitgeber «hinter den Kulissen wirklich aussieht». Er wird liefern. Versprochen.

Kommentar  
Von Tim Höfinghoff
am 20.11.2017

Xing hat mir eine E-Mail geschrieben. Mal wieder. Diesmal ging es nicht erneut darum, «Wer hat denn da Ihr Profil besucht?» Vielmehr soll ich «die Wahrheit ans Licht bringen».

Ich soll der Öffentlichkeit mitteilen, wie es bei meinem Arbeitgeber «hinter den Kulissen wirklich aussieht». Und auf der Website Kununu alles teilen. Damit jeder weiss, ob nicht «am Ende doch alles nur schöner Schein ist», da, wo ich arbeite.

Also werde ich zum Denunzianten. Es gibt keine Gnade, weder gegenüber meinem Arbeitgeber noch meinen Mitmenschen im Büro. Sämtliche Fehlleistungen werde ich dokumentieren. Ich fange gleich mit dem Kollegen an, der es nicht schafft, seinen nervigen Klingelton im Grossraumbüro auszustellen.

Ich werde heimlich Raucherpausen protokollieren. Ich werde melden, wer am Kopierer ständig für Stau sorgt. Wenn das alles noch nicht reicht, werde ich nachlegen. Mit Fotos und geheimen Mitschnitten von öden Sitzungen.

Xing und Kununu werden mich lieben.

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