Die Business-Idee
Wenn Laurent Grandidier, CEO des ­Zürcher Unternehmens Xeltis, von seinem ­Geschäftsalltag erzählt, kann er die Begeisterung nicht verbergen. Denn die Pionierleistung der Firma verbessert Leben: Xeltis revolutioniert Herzoperationen, konkret
die Implantationen von Pulmonalklappen. Die mittlerweile zehnjährige schweizerisch-holländische Forschungsarbeit mündete 2015 in zwei klinische Machbarkeitsstu­dien und verbuchte bereits erste und vielversprechende Erfolge: «Bei zehn Kindern, welchen wir mir unserer Operationsmethode erstmals ein normales, einschränkungsfreies Leben ermöglichen konnten», ergänzt der Franzose. Als zweifacher Weltmeisterschaftsteilnehmer im Rudersport weiss er um die Relevanz eines gesunden Herzes bei Höchstbelastungen bestens Bescheid.

Der Markt
Der Fokus des Jungunternehmens liegt – überraschenderweise ohne direkte Mit­bewerber – auf der global standardisierten Implantation von Herzklappen. Auf Implantaten also, die von Tieren entnommen oder aus Plastik hergestellt werden.
«Wir entwickelten bioabsorbierbare Klappen und Gefässe, die es dem körper­eigenen Gewebe ermöglichen, sich selbst zu erneuern und das Implantat schliesslich abzubauen», umreisst Grandidier den auf Erkenntnissen des Nobelpreisträgers Jean-Marie Lehn basierenden Ansatz. «Unsere Herzklappe ist bioabsorbierbar, sodass im Patient schliesslich eine eigene, gesunde Herzklappe nachgewachsen ist und unser temporäres Implantat selbstständig ersetzt», erklärt Grandidier die Methode, von der die bis zu 80
000 jährlich mit Herzfehler geborenen Kinder profitieren können.

Die Gründer
Als Spin-off der Universität Zürich gestartet zählt Xeltis noch immer auf das Fachwissen des Gründers und heutigen CTO Martijn Cox. Nebst CEO Laurent Grandidier, der unter anderem als Vizepräsident und Portfolio Manager des Medizinalgeräteherstellers Endosense Erfahrungen gesammelt hat, bringen COO und ­Life-Science-Experte Boris Warnack sowie ­Eliane Schutte, Chief Development Officer, Know-how in die Geschäftsleitung.

Das Kapital
Als klassische Aktiengesellschaft mit ­einem für ein medizinaltechnisches Unternehmen bescheidenen Startkapital von 100
000 Franken gestartet, hat Xeltis im ­Dezember letzten Jahres eine Erweiterung ihrer Serie-B-Finanzierung um 3 Millionen Euro auf nun 30 Millionen abgeschlossen. Dabei standen im Jahr 2010 alle Zeichen auf Abbruch: «Wir haben ursprünglich in eine weniger erfolgversprechende Richtung geforscht, aber 2012 haben wir uns neu ausgerichtet. Unsere Investoren glaubten aber an unsere medizinische Vision und ­haben uns weiterhin vertraut», blickt Grandidier zurück. So setzen nebst Life Sciences Partners aus Holland, Kurma Partners aus Frankreich und VI-Partners aus der Schweiz diverse private Aktionäre auf Xeltis.

Die Chance
Binnen einer Dekade entwickelte sich Xeltis in Forscherkreisen zu einer interna­tional hoch angesehenen Kapazität und wurde vergangenes Jahr in die renommierte Fierce-15-Liste der global vielversprechendsten Medizintechnik-Unternehmen aufgenommen.
Als vielversprechend wird der Xeltis-­Behandlungsgrundsatz aber auch gehandelt, weil er von Herzklappenimplataten auf ­andere Eingriffe übertragen werden und dazu beitragen kann, das Kom­pli­kations­risiko bei der Implantation von Fremdkörpern zu verringern.

 

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