Die Business-Idee
Wenn Jobs und Wohnorte schneller gewechselt werden und Beziehungen öfter in die Brüche gehen, hat das Auswirkungen auf den privaten Platzhaushalt. Wohin mit dem Edelvelo oder dem Angelzubehör, wenn plötzlich weniger Stauplatz oder kein Keller mehr zur Verfügung steht? In solchen Situationen kommen Self-Storage-Firmen zum Zuge. PlaceB überführt das Prinzip dank digitaler Technologie in die Sharing Economy: Die Lagerräume der grasgrünen Marke liegen in städtischen Geschäftshäusern. Nutzer kommen so zu zentral gelegenen Abstellplätzen und Immobilienfirmen können leerstehende Flächen vermieten und monetarisieren. Konkret erhalten Kunden mittels einer App rund um die Uhr schlüssellosen Zugang zu ihren Lagerboxen. Diese stehen alarmgesichert und videoüberwacht in Kellern, Garagen, leeren Produktionshallen, Büroräumen oder anderen Trakten von Geschäftshäusern. Immobilienfirmen können so ihre Sockelleerstände – Flächen, die etwa wegen Überalterung oder schwieriger Mietsitua­tion dauernd unbesetzt sind – abbauen.

Die Gründer
Als ehemaliger Mitinhaber und COO von Zebrabox, dem führenden Schweizer Anbieter von individuellen Lagerräumen, kennt placeB-Gründer Terry Fehlmann den Markt in- und auswendig. Und damit auch die bisherigen Nachteile des Systems: «Oft ist der private Lagerraum zu teuer und nur an peripheren Lagen zugänglich, die meist ein Auto erfordern.» Sein Startup sieht Fehlmann als «Marketingplattform, die als Drehscheibe für Leerstände funktioniert». Dies mit Gewinn für die Immobi­lienfirmen: «Wir bringen Phantasie in deren Sockelleerstände und tragen mit dieser Nutzung zur Steigerung des Gebäudewertes bei.» Inklusive Gründer ist placeB zurzeit mit 450 Stellenprozenten dotiert.

Der Markt
Eine aktuelle UBS-Studie sieht die Selbstlagerindustrie in der Schweiz als «schnell wachsende Nische». Aktuell werden hierzulande 0,9 Quadratmeter private Lagerfläche pro 100 Personen angeboten, im Europa-Schnitt sind es 1,5 Quadratmeter. Weit weg liegt die Schweiz vom euro­päischen Leader Grossbritannien, wo es über 5 Quadratmeter sind. Das hiesige Potenzial möchte Fehlmann auch mit attraktiven Preisen erschliessen: Die derzeit üblichen Marktpreise, die sich für den Kubikmeter zwischen 13 und 49 Franken bewegen, will er mit städtischen Storage-Räumen, die je nach Grösse und Lage zwischen 12 und 39 Franken kosten, leicht unterbieten.

Das Kapital
Firmengründer Fehlmann ist mit 500 000 Franken investiert. Zusätzlich konnte er fünf Schweizer Unternehmer gewinnen, die im Quintett 1,6 Millionen Franken eingeschossen haben. Geld, das unter anderem in eine technisch anspruchsvolle Online-Lösung investiert worden ist, die das Startup schwer kopierbar machen soll. Eine weitere Finanzierungsrunde ist für das ­dritte Quartal 2016 geplant.

Die Chance
Das Konzept der städtischen Self-Storage erlaubt es Kunden, die in der City wohnen, gewisse Gegenstände auch kurzfristig zu gebrauchen. Man holt das Bike oder die Angelausrüstung für ein Wochenende – und legt danach Rad und Rute zurück in die Box. Bisher, sagt Fehlmann, sei er auf gros­ses Interesse gestossen bei Immobilienfirmen. Zwei placeB-Standorte in Zürich sind bereits eröffnet, dieser Tage kommt der dritte in Zürich-West hinzu. Bis Mitte 2016 will man auf vier Standorte in Zürich kommen, danach sollen stetig neue placeB-­Ableger im Grossraum Zürich eröffnet werden. Im Anschluss ist der Roll-out in der ganzen Schweiz und international geplant.

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