Die Business-Idee

Transparenz, Sicherheit und Vertrauen in die Online-Aktivitäten der Kunden gewinnen – mit diesem Slogan wirbt das Zürcher Startup Qumram. Ein Jungunternehmen, das sich innert fünf Jahren zu einem international ernst zu nehmenden Software-Anbieter mit illustrer Kundschaft wie UBS, ZKB und LUKB gemausert hat. Denn das in Zürich angesiedelte Startup bedient eine Nische – das rechtssichere Aufzeichnen und die Analyse von Online-Daten der Firmenkunden. «Entstanden ist die ­Geschäftsidee aus einem Bedürfnis aus der Praxis», erinnert sich Vertriebsleiter Schweiz Patrick Siegenthaler. So hatte 2010 die Suva das Problem angemeldet, dass der Umgang mit kritischen Daten – zum Beispiel in Sachen Unfallprävention – auf der eigenen Website hinsichtlich der Daten­sicherheit und -archivierung nicht zufriedenstellend war. Will heissen: Der Versicherungsriese war dazu verpflichtet, jederzeit nachweisen zu können, wann welche Information veröffentlicht worden war. Aufgrund der Datenmenge und der Schnelllebigkeit des Internets eine kaum zu bewältigende ­Aufgabe. Das war die Geburtsstunde von Qumram: «Wir starteten als Web-Archiv-Anbieter und ermöglichten es, darzustellen, wie die Website zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgesehen hat», so Siegen­thaler.

Die Chance

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Vor gut eineinhalb Jahren gelang den Software-Entwicklern dank der Ausweitung der Informationsüberwachung auf sämtliche Online-Kanäle (auch mobile und social) schliesslich der Durchbruch. Dieser Rundumschlag in Sachen Informationsüberwachung ist gerade im Zuge der Benutzerzentriertheit zum Bedürfnis geworden: «Websites, Mobile-Applikationen und Plattformen werden immer dynamischer, flexibler und auf den individuellen Benutzer zugeschnitten», erklärt der Wirtschaftsinformatiker. Je persönlicher die ­digitalen Dienstleistungen werden, desto vielfältiger sind die Informationswege, ­denen es nachzuspüren gilt: «Qumram kann lückenlos aufzeichnen – wir erbringen den Nachweis, wer was wann gelesen hat und allenfalls was mit der Information geschehen ist», erörtert Siegenthaler die Dienstleistung. Die Erhebungen des Nutzerverhaltens macht das Zürcher Startup in anonymisierter Form auch Marketing-Abteilungen für Konversionsanalysen und zur Optimierung der Online-Auftritte zugänglich.

Die Gründer

Nach der Lancierung als GmbH 2010 ­erfolgte am 8. Januar 2011 die offi­zielle Gründung als AG. Gründungsmitglieder sind Umweltnaturwissenschafter Mathias Wegmüller, heute mit der Geschäftsentwicklung und dem globalen Verkauf des Produkts betraut, und Mathematiker und Soziologe Simon Scheurer, der als CTO fungiert. Diese sammelten bereits als ­Inhaber des Beratungsdienstleisters Denkplatz Erfahrungen in der Selbstständigkeit. Andreas Estermann, seines Zeichens ebenfalls Umweltnaturwissenschafter, betreut das Projektmanagement und den Kundenservice. CEO Patrick Barnert, CFO Simone Junod, Patrick Siegenthaler als Vertriebsleiter im Raum Schweiz, Liechtenstein und Österreich sowie Peter Kunszt als Produktmanager komplettieren das Kernteam. ­Neben dem Hauptsitz in Zürich betreibt Qumram auch eine Niederlassung in ­London und das eigene Entwicklungsteam ­arbeitet in Barcelona bei Qumram Ibérica. Das Zürcher Startup will auch im US-amerikanischen Markt Fuss fassen, was derzeit durch einen freien ­Mitarbeiter in den ­Staaten geschieht, der für die Kunden­akquise zuständig ist.

Das Kapital

«Bis Ende 2015 waren wir komplett durch private Investoren und eigenes Kapitel finanziert», sagt Siegenthaler. Es folgte eine erste externe Finanzierungsrunde, die 2,4 Millionen Franken generierte und Qumram die Expansion in die USA und nach Grossbritannien ermöglichte. Die Aufnahme weiteren Kapitals in naher ­Zukunft schliessen die Verantwortlichen je nach Geschäftsentwicklung nicht aus. Die Geschäftsplanung sieht vor, Ende 2018 ­gewinnbasiert arbeiten zu können. «Im Moment sehen wir die grosse Chance für unser Produkt», diesen Meilenstein respektive ein schnelles Wachstum bereits früher erreichen zu können, zeigt sich Siegenthaler ­jedoch zuversichtlich. Denn solange die Digitalisierung und die Regulierung weiter rasant vonstattengehen, greift der Lösungsansatz des Zürcher Startups. Von diesem konnten die Qumram-Verantwortlichen schliesslich nicht nur diverse Schweizer Geldgeber via Investiere.ch überzeugen, sondern auch die Fachwelt, was unter anderem die Finalteilnahme am Swiss Fintech Award sowie der «KPMG Top 10 Global Emerging Star»-Award in jüngster Zeit belegen.

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