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Ausblick
Diese Woche sind keine neuen Börsenrekorde zu erwarten

Diese Woche sind keine neuen Börsenrekorde zu erwarten
Händler an der Wall Street: Der Ausblick für die Börsenwoche ist verhalten.   Keystone

Die Konflikte um Nordkoreas Atomwaffen und Kataloniens Unabhängigkeitsabstimmung hemmen die Anleger. Experten erwarten in dieser Börsenwoche keine stark steigenden Kurse.

Mit der Fortsetzung der Rekordjagd an den internationalen Börsen müssen sich Anleger nach Einschätzung von Experten noch eine Weile gedulden. Vor allem der anhaltende Streit zwischen den USA und Nordkorea sei ein Hemmschuh, sagte Anlagestratege Tobias Basse von der NordLB.

«Es herrscht zwar nicht die Angst, dass sich aus der Krise ein bewaffneter Konflikt entwickelt. Da die Börsen in den vergangenen Monaten aber gut gelaufen sind, nehmen Anleger neue Nachrichten gerne als Ausrede, um Gewinne zu realisieren.» Auf die Bundestagswahl in Deutschland blickt der Markt dagegen gelassener. Die Nähe der beiden grossen Parteien sowie die Annahme, dass von der Wahl am Sonntag keine ernsthaften Zäsurrisiken ausgehe, sprächen gegen eine starke Reaktion der Börsen, meint Portfoliomanagerin Jördis Hengelbrock vom Bankhaus Sal. Oppenheim.

Leitindizes steigen

Das zweite grosse Thema sei vielmehr die Geldpolitik, erklärte NordLB-Experte Basse. Die Aussicht auf baldige weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve werde die Wall Street, die zuletzt von Rekord zu Rekord geeilt und auch den MSCI-Weltindex von einer Bestmarke auf die nächste gehievt hatte, ausbremsen. Der deutsche Leitindex Dax legte in der abgelaufenen Woche 0,6 Prozent zu und erreichte zeitweise ein Zwei-Monats-Hoch von 12‘627 Punkten. In der Schweiz stieg der SMI im Wochenverlauf um 1,2 Prozent.

An der Wall Street gewann der Dow Jones auf Wochensicht 0,4 Prozent. Vor diesem Hintergrund werden Börsianer die zahlreichen Auftritte führender US-Notenbanker in der neuen Woche genau verfolgen, um Rückschlüsse auf die Fed-Politik zu ziehen.

Streit über Kataloniens Unabhängigkeit

Kopfschmerzen bereitet Investoren auch das umstrittene Unabhängigkeitsreferendum Kataloniens am 1. Oktober. «Bisher haben die Finanzmärkte diesen Konflikt weitgehend ignoriert, obwohl es sich um eine der wirtschaftsstärksten Regionen Spaniens handelt», sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Eine Eskalation des Streits mit der Zentralregierung in Madrid würde die spanischen Anleihen kurzfristig sicher belasten. Mittelfristig werde sich am Status Quo aber nicht viel ändern - unabhängig vom Wählervotum. «Denn es ist kaum damit zu rechnen, dass eine nennenswerte Anzahl von Staaten diese Unabhängigkeit anerkennen würde, und Spanien wird dies sicherlich auf keinen Fall tun.»

Eine Flut von Konjunkturdaten

Daneben hält eine Flut von Konjunkturdaten Anleger in Atem. Den Anfang macht am Montag der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen widerspiegelt. Diese hatte sich nach drei Rekordwerten in Folge im August minimal eingetrübt. Am Donnerstag gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Konsumenten. Tags darauf folgen die deutschen Detailhandelsumsätze.

Auf europäischer Ebene konzentriert sich die Aufmerksamkeit auf die Inflationszahlen am Freitag. Eine anhaltend niedrige Teuerung könnte bei der Europäischen Zentralbank (EZB) den Befürwortern einer raschen Drosselung der Anleihekäufe Wind aus den Segeln nehmen. Ebenfalls am Freitag stehen in den USA Zahlen zu den Einkommen und Ausgaben der dortigen Verbraucher auf dem Terminplan. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

(reuters/mbü)

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