Über das Wochenende hat die Erde gleich in drei verschiedenen Weltregionen gebebt. So kam es in Chile und in San Francisco zu kräftigen Erdstössen. Auch in Island bebte es. Der isländischen Vulkan Bárdarbunga ist dabei erschüttert worden und stösst Lava aus.

Als erste Region wurd am Samstag ds Zentrum Chiles von einem schweren Erdbeben heimgesucht. Dieses habe eine Stärke von 6,6 erreicht und sich in einer Tiefe von 32 Kilometern ereignet, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das Epizentrum lag rund 50 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Valparaiso. Die Marine teilte mit, es bestehe kein Risiko eines Tsunamis.

Auch in der Hauptstadt Santiago war das Erdbeben zu spüren. Häuser wurden erschüttert. Der Strom fiel aus, rund 100.000 Menschen waren davon betroffen. Außerdem sei in den Städten Temuco und Valparaiso die Stromversorgung teilweise unterbrochen worden, teilten die Behörden mit. Berichte über schwere Schäden lagen aber zunächst nicht vor. Das Erdbeben, das sich relativ nahe an der Erdoberfläche ereignet hat, war auch im Süden Chiles und im Westen Argentiniens zu spüren. 

Menschen in San Francisco aus dem Schlaf gerissen

Am Sonntag hatt dann ein Erdbeben der Stärke 6,0 die Region nördlich der kalifornischen Metropole San Francisco erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte US Geological Service (USGS) berichtete, lag das Zentrum des Bebens sechs Kilometer südwestlich des Weingebietes Napa, etwa 75 Kilometer von San Francisco und 83 Kilometer von Sacramento entfernt.

Der «Los Angeles Times» zufolge war das Beben bis weit südlich von San Francisco zu spüren und riss die Menschen um 3.20 Uhr (Ortszeit) aus dem Schlaf. Es gebe Berichte von heruntergerissenen Stromleitungen und Stromausfällen in Napa sowie mehreren Bezirken. Der Sender CNN sprach von rund 30'000 Haushalten, die von der Elektrizitätsversorgung abgeschnitten seien. Die kalifornische Autobahnpolizei sei unterwegs, um die Brücken in der Region auf Schäden hin zu überprüfen.

Warnstufe Rot in Island

Schliesslich hat ein starkes Erdbeben den isländischen Vulkan Bárdarbunga durchgerüttelt. Das Beben erreichte die Stärke 5,3, wie der Geophysiker Gunnar Gudmundsson vom Isländischen Meteorologischen Institut der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag sagte. Der Vulkan hatte am Samstag bei einer kleinen Eruption Lava ausgestossen. Bereits seit Tagen waren Erschütterungen in dem Gebiet registriert worden. Die Behörden riefen die Warnstufe Rot aus und verhängten in einem grossen Radius um den Vulkan ein Flugverbot.

Alarmstufe Rot bedeutet, dass ein Ausbruch des Vulkans bevorsteht oder schon begonnen hat und dass der Vulkan eine grossen Menge Asche ausstossen könnte. Bereits 2010 hatte ein Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahmgelegt.

Auf der Spitze des Vulkans Bárdarbunga befindet sich der Vatnajökull-Gletscher. Die Region ist wegen dieses Gletschers - des grössten auf Island - bei Touristen sehr beliebt. Gudmundsson sagte, Experten beobachteten das Gebiet. Sie seien sich aber nicht sicher, ob der Vulkan ausbrechen werde. Kontrollflüge am Samstag hatten keine Anzeichen von Aktivität auf der Oberfläche des Gletschers festgestellt.

(reuters/dbe)

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