1. Home
  2. Vermischtes
  3. Hurrikan «Irma» richtet Schäden in Florida an

Sturm
Hurrikan «Irma» richtet Schäden in Florida an

Überflutete Strasse in Naples: Der Sturm brachte viel Regen. Keystone

In Florida sind wegen des Hurrikans «Irma» Millionen Haushalte ohne Strom. Das Ausmass der Schäden ist noch unklar. Inzwischen konnte der Sturm auf Kategorie 2 herabgestuft werden.

Veröffentlicht am 11.09.2017

Hurrikan «Irma» hat den US-Staat Florida mit voller Wucht erfasst. Mit extrem starken Windböen und Regenfällen zieht er Richtung Norden. Millionen Haushalte sind ohne Strom, Sturmfluten drohen. Das Ausmass der Schäden ist noch völlig unklar. Der Wirbelsturm zog am Sonntagmorgen (Ortszeit) zunächst über die vorgelagerte Inselgruppe Florida Keys hinweg, traf dann etwas weiter nördlich an der Westküste des US-Bundesstaates erneut auf Land und zog dann etwas östlicher als erwartet weiter, wie der US-Wetterdienst mitteilte.

Schwerste Schäden drohten fast im gesamten Bundesstaat. Mehr als 3,3 Millionen Haushalte waren in der Nacht zum Montag ohne Strom. US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. Mehr als 12'000 Flüge von und nach Florida wurden abgesagt.

Auf Kategorie 2 herabgestuft

Der Sturm brachte an beiden Küsten weitreichende Überflutungen, so zeigten Fernsehbilder beispielsweise Überschwemmungen in der Innenstadt von Miami. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurde Irma zwar von der zweithöchsten Kategorie 4 zunächst auf Kategorie 3 und dann auf Kategorie 2 herabgestuft, an Gefährlichkeit büsste der Sturm aber nichts ein.

Am Sonntagmorgen Ortszeit hatte «Irmas» Auge mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometern die Inselkette Florida Keys erreicht. Dort hiess es vielerorts «Land unter». Später am Tag entwickelten sich an der Ostküste allein binnen einer Stunde sechs Tornados, wie der nationale Wetterdienst berichtete. Mit weiteren Wirbelstürmen müsse gerechnet werden.

Tote bei Verkehrsunfällen

In Miami brachen mindestens zwei grosse Baukräne im Sturm zusammen, meldete der «Miami Herald». Wie der Sender ABC in Florida berichtete, starben am Sonntagmorgen (Ortszeit) drei Menschen bei vom Wetter mitverursachten Verkehrsunfällen.

Nach jüngsten Prognosen sollte der Hurrikan weiter westlich vor der Küste Floridas nordwärts ziehen, allerdings nicht so weit westlich wie zuletzt angenommen. So stiess das Auge des Sturms am Sonntagnachmittag (Ortszeit) südlich der Stadt Naples aufs Festland. Am Flughafen der Stadt sei eine Böe mit 229 Stundenkilometern gemessen worden, teilte das US-Hurrikanzentrum mit. Zudem stieg der Spiegel des Ozeans vor Naples innerhalb von nur 90 Minuten um mehr als zwei Meter an.

6,5 Millionen Menschen evakuiert

In Florida waren zuvor mehr als 6,5 Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das entspricht rund 30 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates - es war eine der grössten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. Weit über 100'000 Menschen harrten in Notunterkünften aus.

Auch in benachbarten Bundesstaaten Floridas wurde der Notstand ausgerufen. Für einige Gebiete im Süden von Georgia galten Hurrikanwarnungen. In Alabama mobilisierte Gouverneur Kay Ivey vorsorglich die Nationalgarde.

«Irma» hält die Region bereits seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete gelten als unbewohnbar. Schwere Schäden gab es unter anderem auf den Inseln Barbuda, Saint-Martin, Saint-Bartélémy sowie den Jungferninseln.

Macron auf dem Weg nach Saint-Martin

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird Saint-Martin besuchen. Er werde in seiner Präsidentenmaschine am Dienstag auch dringend benötigte Hilfsgüter auf die Insel bringen, schrieb Innenminister Gerard Collomb am Sonntag auf Twitter.

Oppositionspolitiker hatten der Regierung eine mangelhafte Vorbereitung auf den Hurrikan vorgeworfen. Darauf erwiderte Collomb, die Regierung habe Hilfsmassnahmen für die Inselbevölkerung in noch nicht dagewesener Dimension begonnen. So seien nur 48 Stunden nach dem Durchzug von «Irma» 1100 Helfer vor Ort im Einsatz.

Die Insel Saint-Martin teilt sich in einen französischen und einen niederländischen Teil, genannt Sint Maarten. Weite Teile der Insel wurden vom Hurrikan zerstört oder beschädigt. Mindestens zehn Menschen kamen auf französischer Seite um; die niederländischen Behörden zählten mindestens vier Todesopfer.

(sda/gku/me)

Anzeige