In einer der unwirtlichsten Meeresregionen der Welt wird die Suche nach Wrackteilen des verunglückten Flugzeugs der Malaysia Airlines zur Geduldsprobe. Schlechtes Wetter zwang elf Suchmaschinen am Donnerstag zur vorzeitigen Rückkehr an ihren Stützpunkt Pearce bei Perth in Westaustralien.

Die grösste Suchaktion in der internationalen Luftfahrtgeschichte hatte am Mittwoch neuen Auftrieb bekommen. Auf französischen Satellitenaufnahmen war genau im Suchgebiet über viele Kilometer verbreitet eine Art Trümmerfeld entdeckt worden. Die Experten glauben, das 122 Teile von der Boeing 777-200 stammen könnten, die nach ihrer Überzeugung am 8. März nach einem stundenlangen Irrflug im Indischen Ozean abstürzte.

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300 neue mögliche Wrackteile

Ein thailändischer Satellit erfasste nach Medienberichten zudem unweit des Suchgebiets etwa 300 im Indischen Ozean treibende Objekte. Die Bilder seien am vergangenen Montag gemacht worden, meldete die Zeitung «The Nation». Einige der Teile seien mehr als zwei Meter lang.

Um die Teile aber als Wrackteile identifizieren zu können, muss entweder eines der Suchflugzeuge Nahaufnahmen machen oder eines der Schiffe ein Teil bergen. Das gelang bis Donnerstag nicht. Auf dem Satellitenbild könnte auch gewöhnliches Treibgut zu sehen sein.

«Die Schiffe suchen weiter»

Das Suchgebiet liegt mindestens drei Flugstunden von einer Landmasse entfernt. Es ist berüchtigt für schwere Stürme und aufgewühlte See mit meterhohen Wellen, oft erschweren tiefe Wolken die Sicht.

Die Wetterbedingungen waren zu gefährlich für niedrige Überflüge. Dennoch: «Die Schiffe sind vor Ort geblieben und suchen weiter», teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit.

Versicherer beginnen mit Auszahlungen

Chinesische Versicherer haben unterdessen mit der Auszahlung von Entschädigungen an die Familien von Insassen des Flugs MH370 bezahlt. 32 Menschen an Bord waren über Chinas grössten Versicherungskonzern China Life versichert, wie ein Unternehmenssprecher der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte.

Das Unternehmen habe etwa die Hälfte der Entschädigungssumme von etwa neun Millionen Yuan (rund 1,3 Millionen Franken) bereits überwiesen. Das Unternehmen Sunshine Insurance hat laut Xinhua 500'000 Yuan an drei Familien ausgezahlt. In der Maschine waren 239 Menschen, davon fast zwei Drittel Chinesen.

Millionenklagen erwartet

In den USA sollen nach Medienberichten Millionenklagen gegen Malaysia Airlines vorbereitet werden. Eine Anwaltskanzlei aus Chicago rechne damit, dass sich jede zweite betroffene Familie einer Sammelklage anschliesse, berichtete die malaysische Zeitung «The Star».

Die Zeitung bezog sich auf eine Anwältin, die in Kuala Lumpur mit Reportern gesprochen habe. Malaysia Airlines stelle sich auf Klagen der Angehörigen ein, sagte eine Sprecherin. «Es ist ihr gutes Recht. Wir setzen uns damit auseinander, wenn es kommt.»

(sda/dbe/sim)