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Zuschauerrekord beim Zurich Film Festival

Das Zurich Film Festival hat seine zehnte Ausgabe gefeiert. Die Filmauswahl hat beeindruckt. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zuschauerzahl noch einmal um 10 Prozent zu.

Veröffentlicht am 05.10.2014

Eine Dekade Filmfest, eine Menge Glamour und talentierter Filmnachwuchs: Das Zurich Film Festival hat seine Jubiläumsausgabe gefeiert. Noch scheinen sich die Festivalmacher weiterhin etwas hinter den Stars zu verstecken – was angesichts der gebotenen Filmkunst gar nicht nötig wäre.

Es wurden zuerst die Zahlen und Namen genannt und erst zum Schluss fiel das Wort - wenn auch kurz - auf das Wesentliche, die Filme. Die Pressekonferenz zwei Wochen vor dem Start der Jubiläumsausgabe des Zurich Film Festival (ZFF) hatte bei manchen Journalisten Stirnrunzeln ausgelöst.

Beeindruckende Film im Wettbewerb

Doch eigentlich brauchen sich Nadja Schildknecht und Karl Spoerri, die Festivalmitbegründer und Direktoren, nicht hinter den – zugegebenermassen beachtlichen – Zahlen und Namen von Stars zu verstecken. Klar, die Gala-Premieren internationaler Filmproduktionen locken Publikum an und bringen Stars nach Zürich, die nicht aller Tage in der Schweiz weilen.

Aber auch in Sachen Filmkunst hat sich das ZFF, das seine erste Ausgabe mit gerade einmal 28 Filmen feierte, in den zehn Jahren seines Bestehens gemausert. So gab es in den Wettbewerbskategorien - in denen traditionell die weniger publikumstauglichen Filme gezeigt werden - in diesem Jahr Beeindruckendes zu entdecken.

«Children of the Art»

Weltpremiere feierte etwa der Schweizer Dokumentarfilm «Children of the Arctic». Das Werk von Nick Brandestini startete in der Sektion «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich« und holte prompt das Goldene Auge. Der bildstarke Film des 39-jährigen Zürchers - er gewann schon 2010 ein Goldenes Auge für «Darwin» - zeigt, warum die Schweiz ein Garant ist für qualitativ hochstehende Dokumentarfilme.

Gleich zwei einheimische Werke hatten es in den internationalen Spielfilmwettbewerb geschafft, Goldene Augen gab es allerdings keine für die beiden Filmemacher. Während Simon Jaquemet für sein verstörendes Coming-of-Age-Drama «Chrieg» immerhin Kritikerlob erntete, erhielt «Bouboule» von Bruno Deville den neu geschaffenen Förderpreis für den Schweizer Film.

Cate Blanchett, Antonio Bandereas, John Malkovich

Lob der Filmjournalisten ging im Übrigen auch an die Adresse der Festivaldirektoren. Die «SonntagsZeitung» zog einen Vergleich mit dem Filmfestival in Locarno heran, die «NZZ am Sonntag» sprach vom bisher stärksten Programm des noch jungen Filmfests.
Spoerri und Schildknecht zeigten sich am Sonntag in einem Communiqué «ausserordentlich zufrieden» mit der Jubiläumsausgabe.

Mit 79'000 Zuschauern legte des Festival gegenüber dem Vorjahr nochmals um über zehn Prozent zu. Besonders der Grüne Teppich, über den Stars wie Cate Blanchett, Antonio Banderas, John Malkovich oder Diane Keaton schritten, habe deutlich mehr Fans angelockt als bisher.

Publikumspreis für Dokfilm über den Tod

Die Goldenen Augen im internationalen Spielfilm- und Dokumentarfilmwettbewerb gingen nach Uruguay und Rumänien. In seinem melancholischen Episodenfilm «Una Noche Sin Luna» begleitet Regisseur Germán Tejeira in einer Silvesternacht drei Menschen. Der 32-jährige Filmemacher aus Uruguay konnte am Samstag an der Award Night im Opernhaus den Hauptpreis entgegennehmen.

Freuen durfte sich auch sein rumänischer Kollege Alexander Nanau, der für sein Porträt «Toto and his Sisters» über drei Roma-Kinder in Bukarest das Goldene Auge für den besten internationalen Dokumentarfilm erhielt.

Drei Schweizer Filme ausgezeichnet

Neben «Children of the Arctic» und «Bouboule» konnte sich ein dritter Schweizer Film über einen Preis freuen. Der Publikumspreis ging an den Erstling «Zu Ende Leben», eine dokumentarische Auseinandersetzung mit dem Tod.

Regisseurin Rebecca Panian begleitet im Film einen Mann, der an einem Gehirntumor leidet und dennoch so glücklich ist wie nie zuvor. Parallel äussern Schweizer Persönlichkeiten ihre Gedanken zum Thema Tod.

(sda/me)

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