Trotz E-Bike-Boom: Der Stromer kämpfte seit Jahren mit roten Zahlen. Doch nun, nach mehreren Investitions- und Sanierungs­runden sowie zig Chefwechseln, gibt es Grund zur Hoffnung: «Wir werden 2018 den Turnaround schaffen», sagt Stefan Schwab, Verwaltungsratspräsident der MyStromer AG.

Er spricht von einer «nachhaltigen Sanierung», für die es mehrere Gründe gebe: den indust­riel­len Background des neuen Chefs Jakob Luksch, der seit Anfang 2018 die Firma in Oberwangen BE führt, den neu erwachten «Teamgeist» unter den 55 Angestellten sowie die Fokussierung beim Sortiment. «Der Stromer bleibt ein Nischenprodukt, ein schnelles E-Bike für Pendler», betont Schwab.

Ebenfalls entscheidend für den Neustart bei Stromer waren gemäss Schwab die Kapitalan­lagen, welche die frühere Investorin getätigt habe: die BMC Group des mittlerweile verstorbenen Andy Rihs. «Wir können jetzt die Früchte ernten», sagt Schwab.

Von BMC Group übernommen

Der 45-jährige Berner Unternehmer hatte im März 2017 die Elektrovelofirma von der BMC Group übernommen – gemeinsam mit dem ursprünglichen Stromer-Gründer Thomas Binggeli, dem Zürcher Ständerat und Unternehmer Ruedi Noser, dem Investor Ernst Thomke und dem Partners-Group-Mitgründer Urs Wietlisbach.

Das Unternehmen verkauft pro Jahr an die 12 000 Elektrovelos und erreicht damit einen Umsatz von rund 50 Millionen Franken. Hergestellt werden die Fahr­räder in Oberwangen – und ab September zusätzlich von einem Partnerunternehmen im Osten Deutschlands. Das Volumen des Produktionspartners in Taiwan wird laut Schwab schrittweise reduziert.

Aktienmehrheit 2015 verkauft

Der Stromer ist eine von acht Beteiligungen der Linoa Holding, die Schwab und seiner Ehefrau Judith Schwab-Ginsheumer gehört. Basis von Linoa war die Uhrfederfirma Schwab-Feller in Büren an der Aare BE, die Stefan Schwab 2004 in fünfter Generation von seinen Eltern übernommen hat.

Schwab ist zwar weiterhin Chef und Präsident der Uhrfederfirma mit 65 Mitarbeitern, 2015 hat er aber die Aktienmehrheit an seine wichtigsten Kunden verkauft: an Rolex, Patek Philippe und ­Richemont.

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