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Technologie
Apple und Computer Watson bieten Dienst für Firmen

Tim Cook im Gespräch mit IBM-Chefin Ginni Rometty
Tim Cook im Gespräch mit IBM-Chefin Ginni Rometty: neue Kooperation.Quelle: Getty Images/Etienne Oliveau

Apps für Unternehmen sind eine Schwachstelle von Apple. Eine neue Zusammenarbeit mit Watson von IBM eröffnet neue Möglichkeiten.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 20.03.2018

Der Erfolg von Apple steht und fällt mit ihnen: den Entwicklern, die Apps für iPhones, Macs und Apple Watches programmieren. Ohne Apps wären Apples Geräte nur einen Bruchteil wert für seine Nutzer, auch für die Firmenkunden, die Apple in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus genommen hat.

Dennoch sind bisher nur rund 235’000 von gut 2,7 Millionen Apps im App Store Anwendungen für Unternehmen. Das soll sich in Zukunft ändern: Apple bietet dafür gemeinsam mit Supercomputer Watson von IBM einen neuen Dienst für künstliche Intelligenz, wie Konzernchefin Ginni Rometty am Dienstag in Las Vegas bekannt gab.

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Ausbau der Kooperation von Apple und IBM

Apple und IBM arbeiten bereits seit vier Jahren zusammen, künftig soll diese Kooperation in eine neue Dimension wachsen. Unter dem Namen «Watson Services für Core ML» wollen die US-Konzerne auf das zunehmende Interesse von Unternehmen an Diensten auf der Grundlage künstlicher Intelligenz reagieren.

Die Kooperation soll Firmen ermöglichen, cloudbasierte Apps zu entwickeln, die sich durch Machine Learning konstant verbessern. Eine Anwendungsmöglichkeit wäre demnach die Bilderkennungssoftware auf der Grundlage von Watson einzusetzen, um mit iPhone oder iPad fehlende oder schadhafte Teile bei Maschinen zu identifizieren, wie IBM beschreibt. Coca-Cola wird dies als erster Anwender angehen. Der Konzern arbeitet bereits an Watson-Prototypen.

IBM plus Apple
Watson-Anwendung auf dem iPhone: ein Entwurf.
Quelle: ZVG

Die Zukunft des prominentesten aller IBM-Projekte, dem «Jeopardy»—Sieger Watson, ist nach wie vor offen, ebenso wie das Gelingen von IBMs umfassenden Investitionen in maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Zum einen konnte Konzernchefin Ginni Rometty im vierten Quartal 2017 zum ersten Mal nach fünfeinhalb Jahren eine Umsatzsteigerung bekannt geben.

46 Prozent der Umsätze kommen dabei mittlerweile aus dem strategischen Bereich – dazu zählen unter anderem AI. Eine deutliche Steigerung gab es bei den Einnahmen mit der Cloud, plus 24 Prozent für 2017. Hier konkurriert IBM vor allem mit Marktführern Amazon und Microsoft. Wie viel Watson zum Unternehmensumsatz beigetragen hat, wurde allerdings nicht ausgewiesen – tatsächlich wurde der Supercomputer bei der Präsentation der Ergebnisse nicht einmal erwähnt.

Watson und iPhone-Apps ergänzen sich

Es liegt also nahe für IBM, mit der Apple-Kooperation einige Hoffnungen zu verbinden. «Das ist ein wichtiger Schritt», David Kenny, verantwortlich für die Weiterentwicklung von Watson, in Las Vegas. Gerade weil Apple und IBM einen unterschiedlichen Fokus haben, kann diese Kooperation tatsächlich beiden nutzen.

Apple kann dabei von der vertieften Erfahrung von IBM profitieren, was Dienste für Unternehmen anbelangt. Umgekehrt nützt IBM, dass Apple viel Aufmerksamkeit von Entwicklern geniesst und die Kooperation mit dem iPhone-Produzenten eine Ermutigung sein kann für viele von ihnen, die Entwicklung von Diensten auf der Grundlage von Watson anzugehen. Kenny bestätigt: «Wir wollen Entwickler umfassend einbinden, sie sollen jenen Teil von Watson auswählen können, der ihnen und ihrem Unternehmen am meisten nutzt.»