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Detailhandel
Darum werden Junge beim Onlinehandel betrogen

Online-Shopping
Wenn der Deal online zu gut ist, sollte man vorsichtig sein. Quelle: Getty Images

Beim Interneteinkauf in den USA fallen jüngere Shopper vermehrt auf Betrüger rein, dafür verlieren ältere Käufer mehr Geld.

Von David Torcasso
am 15.03.2018

Die alte Weisheit hat in Zeiten des Onlinehandels mehr Gültigkeit denn je: Wenn ein Geschäft zu gut ist, um wahr zu sein, sollte man die Finger davonlassen. Im vergangenen Jahr gehörte Betrug im Online-Shopping zum grössten Delikt, das Konsumenten in den USA widerfahren konnte.

Der Anstieg des Onlinehandels und die zunehmende Selbstverständlichkeit, persönliche Daten preiszugeben, haben Betrug auf den Podesplatz geführt, wie der jährliche «Scam-Tracking-Report» des «Better Business Bureau» mit Sitz im amerikanischen Arlington zeigt.

BBB ist ein Marktanalyse-Institut, welches das Vertrauen von Konsumenten erforscht. Es ist in den USA und Kanada tätig und veröffentlicht Studien zu Verbraucherthemen. 

Mehr Infos, mehr Betrug

Die am weitesten vebreiteste Betrugsmasche ist, dass die Konsumenten ihre bestelle Ware nicht erhalten, aber schon dafür bezahlt haben. Dabei steht die ausbleibende Lieferung von Kleidern laut Studie vor allen anderen online getätigten Einkäufen an oberster Stelle. Notabene: Klamotten gehören auch zu den am meisten bestellten Artikeln im Internet. In den meisten Fällen geschieht ein Betrug, wenn die Bezahlung per Kreditkarte erfolgt.

Solche Missbräuche sind bekannt, und es ist logisch, dass sie mit der zunehmenden Verbreitung von Onlineshopping in allen Bevölkerungsgruppen steigen. Die Studie hat dabei aber auch aufgeschlüsselt, welche Altersgruppen in den USA betroffen sind und eindeutige, wenn auch nicht sehr überraschende Muster, ausgemacht. 

Bei der Interaktion mit den Händlern geben jüngere Konsumenten mehr Informationen über E-Mail, Chats oder Websites preis. Diese Offenheit nimmt im zunehmenden Alter ab. Mit dem offenen und unbeschwerten Umgang mit Daten haben Betrüger ein leichteres Spiel – und deshalb werden jüngere Konsumenten im Netz öfter übers Ohr gehauen. Das widerspricht der weitläufigen Meinung, dass Senioren als «leichtere Beute» für Onlinebetrüger stereotypisiert werden, weil sie einen weniger digital-affinen Umgang hätten. Der lockere Umgang mit sensiblen Daten erhöht die Anfälligkeit für Betrug

Auch eine Studie von «McAfee» unter amerikanischen Internetnutzern Ende des vergangenen Jahres ergab, dass rund ein Drittel der Befragten im Alter von 18 bis 30 Jahren zuversichtlich sind, jederzeit die Kontrolle über ihre Daten zu haben. Bei den 50 bis 55-jährigen Befragten waren es nur noch knapp zwanzig Prozent.

Die BBB-Studie bestätigt: Je mehr Daten, desto mehr Betrug. Die 18- bis 24-Jährigten machen nämlich einen Viertel der Opfer von Onlinebetrügereien in den USA aus. Der Anteil der über 65-jährigen liegt nur noch etwa bei 13 Prozent.

Die Ältesten verlieren im Durschnitt über 1000 Dollar

Die älteren Konsumenten werden zwar weniger betrogen, dafür aber schmerzlicher: Sie verlieren mehr Geld, obwohl es Jugendlichen häufiger passiert. Das hängt – so die Vermutung der Studie – damit zusammen, dass die Älteren über mehr finanzielle Mittel verfügen. Dabei berichten rund 40 Prozent der amerikanischen Verbraucher zwischen 20 und 29 Jahren, dass sie im vergangenen Jahr einen Betrugsverlust erlitten haben. Bei den 30- bis 39-jährigen waren es noch 32 Prozent, bei den Personen zwischen 40 bis 60 Jahren 20 Prozent. Dabei verloren Millenials im Durchschnitt 400 Dollar, während Rentner über 65 Jahre über 1000 Dollar bei einem Betrugsfall verloren.

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