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Technologie und Pharma
«Jede DNA-Analyse generiert einen Tsunami an Daten»

Christoph Franz macht ein Selfie
BILANZ-Redaktor Marc Kowalsky mit Roche-Verwaltungsratpräsident Christoph Franz: Im Selfie-Modus. Quelle: Screenshot

Roche-Präsident Christoph Franz ist nicht auf Twitter, aber versiert in Big Data. Was dies für Pharma bedeutet, erzählt er im Interview am Digitaltag.

Von Marc Kowalsky
am 25.10.2018

Er trägt keine Smartwatch, ist selber nicht auf Facebook und nicht auf Twitter. Aber zum ersten Mal vor dem PC sass er schon vor 40 Jahren, und das Thema Digitalisierung hat für ihn oberste Priorität: Christoph Franz, Verwaltungsrats-Präsident von Roche, stand beim Schweizer Digitaltag BILANZ-Redaktor Marc Kowalsky Rede und Antwort.

 

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«Big Data ist für uns unglaublich wichtig», so Franz. Etwa um Mutationen in der DNA zu erkennen, die Auslöser sein können von Krankheiten: «Jede DNA-Analyse generiert einen Tusnami an Daten.» Bei Patientendossiers hinke die Schweiz jedoch hinterher – ein Folge des Kantönligeistes, so Franz.

«Die Daten, die wir in der Schweiz nicht bekommen, bekommen wir selbstverständlich in anderen Ländern.»

Elektronisch verfügbare Patientendaten seien aber eminent wichtig, um die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden zu verbessern. «Für ein Pharmaunternehmen wie Roche ist das kein Problem: Die Daten, die wir in der Schweiz nicht bekommen, bekommen wir selbstverständlich in anderen Ländern.» Aber eine Schweizer Lösung sei im Interesse der hiesigen Patienten: «Fordert diese elektronische Patientendossiers!», rief er dem Publikum zu. Dabei kooperiert Roche mit Firmen wie Apple und GE. «Die bringen ein unglaubliches Informatik-Knowhow, wir bringen ein riesiges Knowhow über den menschlichen Körper.» Eine Roche Watch, analog zur Apple Watch wird es jedoch nicht geben.

Franz ist überzeugt, dass der Computer den Arzt auch in Zukunft nicht ersetzen wird. Aber er wird die Ärzte bei der Datenanalyse und der Administration unterstützen. «Sie werden sich mehr um die Patienten kümmern können und damit ihre Kernaufgabe wahrnehmen.»

Sehen Sie hier das Interview von Marc Kowalsky, stellvertretender Chefredaktor BILANZ, mit Christoph Franz am Schweizer Digitaltag:

Schweizer Digitaltag am 25. Oktoboer

Am 25. Oktober findet unter der Federführung von digitalswitzerland der zweite Schweizer Digitaltag statt, er steht unter dem Motto «digital gemeinsam erleben». Geplant sind zahlreiche Aktionen an zwölf Standorten. Der grösste Event ist im Hauptbahnhof Zürich geplant. Dort wird von 9 Uhr bis 20 Uhr durchgehend ein reichhaltiges Bühnenprogramm geboten, das live vom SRF übertragen wird. Einen Überblick über das Programm finden Sie hier. Unsere Bestandsaufnahme der digitalen Schweiz anlässlich des Digitaltags finden Sie hier.

Die Bevölkerung kann sich ausserdem über verschiedene Kanäle aktiv einbringen. Sie können unter «Digitaldaybrain» bereits im Vorfeld Fragen stellen und gleich beantworten lassen. Und über die Dialogplattform können alle ein Videostatement zur Digitalisierung abgeben.

Am Digitaltag beteiligen sich neben den Hauptpartnern Google, Ringier, SBB, SRG und Swisscom weitere 70 Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Politik. Bundespräsident Alain Berset und Bundesrat Johann Schneider-Ammann übernehmen das Patronat und sind auch selber präsent, Bundesrat Ignazio Cassis unterstützt den Aktionstag ebenfalls.