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Mobilität
Mobility lanciert Mitfahr-App

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Wenn zwei in die gleiche Richtung fahren - warum denn nicht zusammen?Quelle: ZVG

Mit einer neuen App von Mobility können Pendler zusammen fahren und Ressourcen sparen. Anbieter können etwas dazuverdienen.

Veröffentlicht am 29.05.2018

Die Carsharing-Plattform Mobility möchte gegenüber Diensten und Angeboten von ausländischen Anbietern aufholen: In den letzten Monaten hat der grösste Carsharer der Schweiz bereits diverse Angebote lanciert, etwa die Einführung von Elektro-Scootern oder neuen Carsharing-Konzepten. Jetzt lanciert Mobility ein weiteres Angebot: Mit «Mobility Carpool» sollen sich Pendler für den Weg zur Arbeit gemeinsam in ein Auto setzen. Das reduziert Kosten und schont die Umwelt.

Im Ausland existieren bereits ähnliche Konzepte: Im Ruhrgebiet können Privatpersonen ein On-Demand-Shuttle der örtlichen Verkehrsbetriebe bestellen und fahren dann gemeinsam an einen Zielort. In asiatischen Ländern werden vor allem auch Taxis geteilt. 

90 Fahrzeuge für 100 Personen

Teilen macht durchaus Sinn: Denn im Durchschnitt sitzen gerade mal 1,5 Personen in einem Fahrzeug in der Schweiz. Im täglichen Pendelverkehr ist es sogar im Schnitt  nur knapp eine Person. Das macht für den Transport von 100 Personen 90 Fahrzeuge. Ökonomisch fragwürdig, findet Mobility. Mittels App will das Unternehmen nun Menschen mit dem gleichen Ziel zusammenbringen. Und zwar nicht nur mit den Mietautos von Mobility, sondern auch mit Privatautos.

Damit könne der Fahrer seine Kosten reduzieren, der Mitfahrer «komme schnell und preisgünstig» von einem Ort an den anderen, sagt Mobility-Chef Patrick Marti. Mobility wolle auch verschiedene Arten der geteilen Mobilität prüfen und sie mit dem ÖV verknüpfen, meint Marti.

Dabei könnten Leute, die jemanden in ihrem Privatauto mitnehmen, zwischen 2.40 und 14.40 Franken verdienen. Die Vergütung ist fix festgelegt und unterscheidet nach Distanzen. Ein Passagier bezahlt so für rund 10 Kilometer drei Franken; und rund 18 Franken für über 150 Kilometer. Davon erhält der Fahrer 80 Prozent des Geldes, der Rest geht an Mobility. 

Nummern sind einsehbar

Die Herausforderung für den Dienst wird sein, bei den Nutzern Vertrauen zu schaffen, dass sie bei einem «Fremden» ins Auto steigen. Bei Mitfahrgelegenheiten in Deutschland oder Frankreich hat sich diese Art von Transport inzwischen etabliert. Der französische Mitfahr-Dienst  BlaBlaCar hat rund 1,4 Milliarden Euro wert und zählt über 20 Millionen registrierte Kunden. 

Das Konzept von Mobility unterscheidet sich jedoch, weil vor allem auch Berufspendler angesprochen sind und nicht nur Reisende. In asiatischen Ländern gibt es im Pendlerverkehr bereits Einschränkungen, dass man nicht alleine in einem Auto in die Innenstadt fahren darf.

Um Vertrauen zu erzeugen, können bei der Mobility App die Nutzer öffentlich bewertet werden. Dazu muss ein Profilbild hochgeladen werden und die Autonummer des Fahrers ist einsehbar. Ähnlich wie bei anderen Buchungsplattformen wird die Nummer des Anbieter erst sichtbar, wenn die Fahrt gebucht ist. 

(tdr)

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