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Transport
China-Metropole Shenzhen zeigt die Zukunft der Mobilität

Shenzhen
Verkehr in Shenzhen: Modellstadt für Elektromobilität. Quelle: Getty Images

China ist bei der Elektromobilität führend. Jetzt hat Shenzhen einen Meilenstein geschafft. Ein ähnliches Projekt gibt es in der Schweiz.

Karen Merkel
Von Karen Merkel
am 08.01.2018

ABB will präsent sein, wenn es um die Zukunft der Mobilität geht. Dazu passt, dass der Schweizer Grosskonzern neu als Sponsor der Formula E einsteigt, wie am Wochenende bekannt wurde. Die Rennserie für Bolliden mit Elektromotor startet kommende Woche in die fünfte Saison, im Juni feiert die Wettfahrt in Zürich Premiere.

Weniger sexy als das Formel-E-Rennen, aber entscheidender für das Leben vieler Menschen ist, was sich in Sachen Elektromobilität im Alltag tut. Im Vordergrund stehen auch hier häufig aufregende Elektro-Karossen wie der SUV des chinesischen Herstellers Byon, der aktuell an der CES präsentiert wird.  

Einsatz von Elektrobussen in ganz China geplant

Doch jenseits dieses Hypes vollzieht sich leise die gewichtigere erste Welle der Elektro-Revolution: der Wandel im öffentlichen Personennahverkehr. Hier steht das Land an der Spitze, von dem sich die Hersteller ohnehin am schnellsten den Durchbruch bei der E-Mobility erwarten – China. Das Land hat schon aufgrund seiner vielen smogverseuchten Metropolen ein Interesse daran, Elektromobilität schnell durchzusetzen.  

In der Millionenstadt Shenzhen ist jetzt ein wichtiger Schritt gelungen: Alle 16'359 Busse in der Stadt fahren seit Ende Dezember elektrisch, wie das US-Portal Quartz berichtet. Als nächstes sind die Taxis an der Reihe – auch hier kurven bereits zu 63 Prozent E-Modell durch die Stadt, und es sollen schnell mehr werden. Shenzhen wurde von China im Jahr 2009 zur Pilotstadt in Sachen E-Mobilität ernannt. Die dortigen Fortschritte sollen auf ganz China ausgerollt werden.  

Elektrobusse in Genf bis 2025

So weit wie in China ist die Umstellung auf Elektromobilität in der Schweiz noch nicht. Doch gibt es wegweisende Projekte – das zeigen wiederum Vorhaben mit Beitrag von ABB. Nach einer Pilotphase weitet Genf vorerst auf zwölf Elektro-Busse der Firma Hess auf, die mit Batterien ausgestattet sind. Statt per Oberleitung beziehen sie ihren Saft alle drei bis vier Haltestellen mittels einer Schnell-Ladetechnik von ABB. Die Busse kommen auch jenseits der Schweizer Grenzen im französischen Nantes zum Einsatz, sollen wartungsärmer und günstiger fahren. Vom Umfang der chinesischen Projekte sind Schweizer Städte noch entfernt. Immerhin: Bis 2025 will auch Genf den kompletten Umstieg auf E-Busse vollziehen. 

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