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Preisbrecher
Alibaba ist in der Schweiz auf dem Vormarsch

Die Kleinkunden-Plattform des Internetgiganten Alibaba findet auch in der Schweiz immer mehr Kunden. Doch die unschlagbaren Preise haben einen Haken – zumindest für den Schweizer Zoll.

Veröffentlicht am 13.12.2015

Aliexpress, die Kleinkunden-Plattform des chinesischen Internetgiganten ­Alibaba, ist in der Schweiz auf Wachstumskurs. Dies zeigen Zahlen der Kreditkarteninstitute. «Bei Alibaba hat sich das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt», sagt Nadine Geissbühler, Sprecherin der Kreditkartenfirma Aduno im «Sonntagsblick».

Die Cembra Money Bank hat zwischen Januar und Oktober 50'000 Schweizer Deals auf Alibaba gezählt. Das ist ebenfalls mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Etablierte Portale wuchsen in dieser Zeit nur noch um rund 40 Prozent.

«Unschlagbare Preise»

Auch die Post verzeichnet mehr Päckli aus China: Sie seien «im zweistelligen Prozentbereich» gewachsen, sagte ein Sprecher. «Aliexpress verbindet die Konsumenten direkt mit dem Produzenten in China. Dadurch sind unschlagbare Preise möglich», sagt Malte Polzin (42), Partner und Berater des E-Commerce-Consulters Carpathia. Zudem sei die Auswahl riesig.

Doch mit Paketen aus Fernost wird massiv geschummelt. Laut der Lieferfirma DHL, einer Partnerin der Website Alixepress, ist ein Grossteil der Pakete aus China und Hongkong falsch deklariert. Eine interne Quelle sagt gegenüber «Sonntagsblick», dass bei 95 Prozent der Pakete der Warenwert zu tief angegeben sei.

Päckli zut tief deklariert

Der Inhalt des Pakets ist teilweise um ein Vielfaches mehr wert als auf dem Päckli deklariert. Die Differenz kann mehrere Tausend Franken betragen. So können die Besteller Zollgebühren sparen, die in der Schweiz anfallen.

Unklar ist, wer dahinter steckt: die Empfänger oder die Absender. «Keinesfalls unterstellen wir dem Besteller in der Schweiz, den Versender im Ausland zu unwahren Angaben auf Handelsdokumenten anzustiften», sagt DHL-Sprecherin Margherita Tilotta. Wer dies tut, macht sich laut dem Schweizer Zoll zwar strafbar – doch das lässt sich nur schwer nachweisen.

Wahrscheinlicher sei sowieso, dass die Chinesen von sich aus die Pakete zu tief deklarieren, so der «Sonntagsblick». Verständlich, denn so werden sie preislich noch attraktiver.

(gku)

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