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Überwachung
EU will Missbrauch von Bitcoins stoppen

Bitcoins: Strengere Regulierung verlangt. Keystone

Der EU-Rat will Kryptowährungen aus der Anonymität zerren. Die neuen Vorschriften wären Teil des Kampfes gegen den Terrorismus und die organisierte Kriminalität.

Von Gabriel Knupfer
am 27.12.2016

Der Europäische Rat will mit neuen Vorschriften Geldwäsche und Terrorfinanzierung schwieriger machen. Betroffen davon wären auch Tauschbörsen für virtuelle Währungen wie Bitcoin oder Ethereum, die künftig unter die EU-Geldwäscherichtlinie fallen sollen.

Die Online-Plattformen müssten demnach ihre Nutzer auf die gleiche Art überprüfen, wie dies die Banken schon heute tun. Die Identität der Kunden und deren Wallet-Adressen würden in einer zentralen Datenbank gespeichert - so könnten die Aktivitäten und Transaktionen zurückverfolgt werden.

«Missbrauchspotenzial» aufheben

Obwohl es keine Beweise für eine nennenswerte Nutzung von Bitcoins und Co. durch Terrorgruppen gibt, glaubt das Gremium der Staats- und Regierungschefs der EU, dass damit das «Missbrauchspotenzial für kriminelle Zwecke» aufgehoben werden könne, wie die Webseite der Computerzeitschrift «Heise» berichtet.

Neben zahlreichen legalen Anwendungen kommen Kryptowährungen bisher unter anderem in den Untergrundmärkten des Darknet zum Einsatz.

Die Mühlen mahlen langsam

Bei den neuen Regeln folgte der EU-Rat weitgehend der Position der EU-Kommission, die Juli die verschärften Vorschriften vorgeschlagen hatte. Als nächstes ist das EU-Parlament am Zug, danach könnte die Richtlinie binnen 12 Monaten national umgesetzt werden. Allerdings könnte die Übergangsfrist aufgrund der Komplexität der Materie auch auf 24 bis 36 Monate verlängert werden.

Teil der Richtlinie ist auch eine Einschränkung von anonymen Zahlungen über Prepaid-Karten. Der Grenzbetrag soll von 250 Euro auf 150 Euro gesenkt werden. Auch hier müssten die Kunden zudem sorgfältiger überprüft werden, so der EU-Rat.

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