Die Gewerkschaft Unia hat auf ihrer Delegiertenversammlung ein Manifest für bessere Arbeitsbedingungen verabschiedet. Zudem wurde neuen Geschäftsmodellen, wie dem Fahrdienst Uber oder dem Schlafplatzvermittler Airbnb, in einer Resolution der Kampf angesagt.

Laut einer Medienmitteilung der Unia hängt die Qualität von Dienstleistungen eng von den entsprechenden Arbeitsbedingungen ab. In sieben Thesen haben die Gewerkschaftler daher die Voraussetzungen für «gute» Arbeitsbedingungen definiert.

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Shared Economy verursacht Probleme

Diese lauten: Absicherung der Arbeitsbedingungen durch einen Gesamtarbeitsvertrag GAV, die Stärkung der Ausbildung, angemessene politische Rahmenbedingungen, der Schutz vor Stress und zu langen Arbeitszeiten, die Respektierung der Rechte von Gewerkschaften am Arbeitsplatz, Lohngleichheit sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Transporter und Hotels stark betroffen

Ein besonderer Dorn im Auge der Gewerkschaften sind neue Geschäftsmodelle, die insbesondere die Digitalisierung mit sich bringt. Neue Technologien ermöglichen es nämlich, dass Kunden direkt über Online-Plattformen ihre Dienstleistungen beziehen. Stark betroffen sind etwa das Transportgewerbe und die Hotellerie. Aber auch in anderen Industriezweigen, wie bei der Vermittlung von Reinigungspersonal oder dem Bezug von IT-Dienstleistungen setzen sich neuartige Geschäftsmodelle vermehrt durch.

Dabei - so argumentiert Unia in dem Communiqué - setzten sich Anbieter wie Uber beim Personentransport über die in Städten und Kantonen geltenden Rechtsvorschriften hinweg. Zudem würde es beispielsweise beim Schlafplatzvermittler Airbnb den Besitzern von Unterkünften ermöglicht, sich als Hoteliers zu betätigen und andere Einrichtungen der Hotellerie zu konkurrenzieren, ohne die Bestimmungen des GAV respektieren zu müssen.

In einer Resolution fordern die Vertreter der Gewerkschaft deshalb, die rechtlich-politischen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Zunahme der aus Sicht der Gewerkschaften prekär anmutenden Arbeitsformen durch die sogenannte Shared Economy verhindern.

Gegen Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten

Zudem werde die Unia ein Rechtsgutachten in Auftrag geben, das untersuchen soll, ob sich Anbieter solcher moderner Geschäftsformen an die geltenden rechtlichen Bestimmungen halten.

Gleichzeitig zum Manifest und zur Resolution haben die Delegierten die Unia beauftragt, Massnahmen gegen das in der parlamentarischen Beratung stehende nationale Gesetz zur Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zu ergreifen.

(sda/gku/chb)