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LVMH attackiert Richemont mit neuer Mode-Webseite

Kindermode von Fendi: Bald im neuen Online-Store von LVMH. Fendi

Der französische Luxuskonzern wagt den überfälligen Start seines Online-Shops. Der Schweizer Konkurrent Richemont muss sich warm anziehen.

Von Gabriel Knupfer
am 11.05.2017

Der französische Luxuskonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) startet am 6. Juni den Online-Shop 24 Sèvres. Mit dem Namen spielt LVMH auf den Standort des Warenhauses Le Bon Marché in Paris an, welches seit seiner Gründung 1838 zu den Pionieren des Detailhandels gehört. Wie das Warenhaus soll auch das Internet-Versandhaus den Kunden ein Shopping-Erlebnis bieten.

Obwohl E-Commerce im Luxusbereich noch in den Kinderschuhen steckt, kämpfen im Internet immer mehr Marken und Shops um die reiche Kundschaft. Der Einstieg des weltweiten Marktführers der Luxusindustrie dürfte deshalb bei etablierten Seiten wie MyTheresa, Matchesfashion.com oder Luisa Via Roma für Nervosität sorgen.

Von Apple zu LVMH

Im Visier von 24 Sèvres ist aber auch Yoox Net-A-Porter, an dem der Schweizer Richemont-Konzern einen Anteil von 50 Prozent hält. Die Nummer zwei der Luxuskonzerne hat mit der Handelsplattform Zugang zu drei Millionen aktiven Nutzern in 100 Ländern.

Laut Reuters nimmt LVMH für die Lancierung von 24 Sèvres mehrere Millionen Euro in die Hand. Die Seite startet im Juni gleichzeitig in 70 Ländern. Es handelt sich um die grösste Investition des Konzerns in die Digitalisierung seit der Abwerbung des Apple-Music-Managers Ian Rogers im Jahr 2015. Dieser ist offenbar die treibende Kraft hinter dem Gang ins Internet.

Nicht nur LVMH-Marken

Angeboten werden unter anderem Kleider und Accessoires der LVMH-Marken Louis Vuitton, Dior und Fendi. Dazu kommen etablierte Brands wie Prada, Gucci oder Valentino. Zudem wird es auf der neuen Seite auch weniger bekannte Marken wie Maison Margiela, Kitsune oder APC zu kaufen geben.

Insgesamt über 150 Brands, darunter 20 von LVMH, sollen auf der Seite vertreten sein. Bisher hatte jede LVMH-Marke ihre eigene Digitalstrategie. Laut Rogers soll 24 Sèvres nun die Firmenwebseiten ergänzen – diese werden parallel weiterexistieren.

Kleiner Marktanteil

Die Luxusbranche hat sich beim E-Commerce lange zurückgehalten. Im Moment machen die Verkäufe im Internet erst 7 Prozent des weltweiten Umsatzes aus. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group geht indes davon aus, dass der Anteil bis 2020 auf 12 Prozent steigen wird.

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