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Übernahme
Microsoft: Die Mini-Banken hinter dem Mega-Deal

Frank Quattrone hat gut lachen: Seine Bank verhalf Linkedin zum Milliarden-Exit. Keystone

Der Kauf von Linkedin durch Microsoft sorgt für Furore. Wer glaubt, Big Player zeichnen sich fürs Einfädeln des Deals verantwortlich, der irrt. Diese Mini-Banken hatte keiner auf dem Radar.

Von Cynthia Castritius
am 14.06.2016

Die Kleinen werden die Grössten sein. Dieser Spruch hat sich einmal mehr bewahrheitet. Nicht nur, weil das Karrierenetzwerk Linkedin den bisher grössten Tech-Deal des Jahres einfahren konnte und durch seinen Exit an Microsoft seinen Firmenwert auf mehr als 26 Milliarden Dollar steigern konnte. Auch aufgrund der Banken, die diesen Deal eingetütet haben: Qatalyst Partners and Allen & Co.

Tatsächlich sind diese beiden Mini-Banken nicht die Namen, die man hinter so einem Mega-Deal erwartet. Qatalyst Partners hat lediglich 41 Mitarbeiter, Allen & Co. sogar nur ein Dutzend, wie CNBC berichtet. Beide Geldhäuser dürften sich ihre Dienste fürstlich entlohnen lassen: Zwischen 40 und 45 Millionen Dollar, schätzt Jeffrey Nassof, M&A-Direktor bei der Beratung Freeman & Co.

Der wohlvernetzte Mr. Quattrone

Was wie eine grosse Ausnahme klingt, folgt bei genauerer Betrachtung einem Trend, der seine Wurzeln in der Finanzkrise hat: Die kleinen Boutique-Banken greifen sich immer häufiger die grossen Übernahme-Deals an der Wallstreet ab – und treffen Branchenriesen wie UBS, Goldman Sachs und Morgan Stanley an empfindlicher Stelle. Laut Nassof sind seit Juni 2015 mehr als 68 Prozent der Deals über 10 Milliarden Dollar über kleinere Boutique-Banken gelaufen.

Im Personal einer der Banken, die den Linkedin-Deal betreut haben, sticht ein Name ins Auge: Frank Quattrone, VR-Präsident und Gründer der Qatalyst Partners mit Vergangenheit bei der Credit Suisse. Im Silicon Valley ist er kein Unbekannter. Seine Vernetzung mit der innovativsten Tech-Szene der USA entwickelte sich bereits vor 40 Jahren, schreibt die Financial Times.

Mit der kleinen Boutique Bank gelangen ihm bereits in der Vergangenheit Deals und Aquirierungen von an der Börse gelisteten Startups durch grössere Tech-Konzerne, etwa die Übernahme von OpenTable durch Orbitz oder der Exit der britischen Softwarefirma Autonomy an HP für 10 Milliarden Dollar 2011. Auch die Linkedin-Verbindung ist offenbar kein Zufall: Quattrone kennt Verwaltungsratsmitglied Stanley Mersemann bereits seit den 1980ern.

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