Immer schneller, immer sicherer. Die reibungslose Datenübermittlung innerhalb eines Firmennetzwerks ist zentral für das Funktionieren eines Unternehmens. Das haben inzwischen auch viele CEOs begriffen. In der Schweiz wächst darum die Nachfrage nach innovativen Netzwerklösungen.
 
Davon profitieren will Riverbed. Die Spezialität des kalifornischen Unternehmens ist WAN, quasi das Gegenteil von W-LAN. Während dieses als «Local Area Network» arbeitet, verbindet ein WAN Filialen eines Konzerns über grosse Distanzen mit dem Hauptsitz.

Schweizer Pharmariesen und Finanzdienstleister

«Die Schweiz ist für uns der ideale Markt», sagt Jerry Kennelly, Mitgründer und CEO von Riverbed. «Da viele Grosskonzerne mit Filialen in Hunderten von Ländern ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, sind unsere Produkte hier sehr gefragt», so der Amerikaner weiter. Vor allem bei den Schweizer Pharmariesen und  Finanzdienstleistern sei Riverbed präsent.

Seit gut 15 Jahren mischt Riverbed im WAN-Markt mit. Nach wie vor sieht Kennelly eine Diskrepanz zwischen den Verheissungen der Digitalen Revolution und der effektiv zur Verfügung stehenden Netzwerkinfrastruktur, die bei vielen Firmen noch aus den 1990er Jahren stamme: «Es ist, als wollten Sie einen Wolkenkratzer auf Sand bauen. Die Grundstrukturen sind veraltet.»

Riverbed will die Pole Position

Jerry Kennelly geht davon aus, dass die nächsten drei Jahre entscheiden, wer den neuen Standard bei Netzwerkstrukturen setzen und als Gewinner aus dem Umbruch hervorgehen kann. Darum geht er auf grosse Einkaufstour: Mit Ocedo und Aternity hat sich Kennelly dieses Jahr bereits zwei Unternehmen unter den Nagel gerissen. Beide sollen den Ansatz der Software basierten Netzwerksteuerung von Riverbed weiterentwickeln.

Der Benutzer arbeitet dabei mit einem Cockpit, das ihm den Überblick über sein gesamtes Netzwerk verschafft. Das Performance Management steht darin im Zentrum. Konkret: Das Netzwerk wird in Echtzeit überwacht, Schwachstellen analysiert und Fehler behoben. Steelconnect heisst das Ganze und soll Riverbed zum Marktführer machen.

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Zweiter IPO für Herbst 2017 vorgesehen

Damit Kennellys Wachstumsstrategie aufgeht, ist sein Unternehmen auf eine möglichst volle Kriegskasse angewiesen. Darum strebt der Konzern zurück an die Börse: Für 2017 ist der zweite Börsengang geplant. Die Firma hatte sich 2015 vom Parkett verabschiedet, auf Drängen eines wichtigen Teilhabers, für den das Unternehmen nicht ausreichend gut performte.

Die Chancen stehen nicht schlecht für Riverbed:  Mit einem Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Dollar (umgerechnet 1,2 Milliarden Franken), 2'400 Mitarbeitern und 27'000 Kunden ist der Dienstleister durchaus ein grosser Fisch. An der Angel hat ihn momentan ein Konsortium von 70 Investoren. Haupteigner ist mit 51 Prozent die Private-Equity-Gruppe Thoma Bravo.

Ob die Firma die Börsenpläne umsetzt, hängt von der Nachfrage ab. «Wir werden einen IPO vornehmen, sobald wir mit Steelconnect den Hockey-Stick Moment erreicht haben», sagt Kennelly. Von einem Hockey-Stick Moment spricht man dann, wenn die Umsatzkurve steil nach oben ausschlägt. Kennelly hat für dieses exponentielle Wachstum einen Zeitrahmen im Auge: Er geht davon aus, dass Riverbed den Sprung im Herbst 2017 schafft.