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Fortschritte
Siri soll Google von Apple-Geräten fernhalten

Sprachassistentin Siri: Sucht mit Bing statt mit Google. Keystone

Im Bereich der künstlichen Intelligenz hat Apple gegenüber der Konkurrenz noch Aufholbedarf. Dennoch will der Konzern aus Cupertino Gegner Google aus den iPhones verdrängen. Mit guten Argumenten.

Von Gabriel Knupfer
am 16.06.2016

Zum Start der Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple am Montag eine ganze Palette neuer Software vorgestellt. Viele dieser Neuheiten können als Reaktion auf die Fortschritte von Google im Feld der künstlichen Intelligenz (AI) gesehen werden. So wird etwa die sprachbasierte Digitalassistentin Siri künftig auch auf Mac-Laptops und Computern funktionieren und nicht mehr nur auf iPhones und iPads.

Spracherkennung war das grosse Thema an der WWDC. Alle App-Entwickler werden Siri künftig in ihre Anwendungen integrieren können. Damit öffnet nun auch Apple die Tür für eine breitere Nutzung der Software – was in Zukunft vor allem die Suche im Internet einfacher und praktischer machen soll, weil das Schreiben der Anfragen wegfällt.

Bing statt Google

Es ist klar, dass Google in diesem Bereich die grösste Gefahr für Apple darstellt. Die Siri-Suche setzt denn auch auf die Microsoft-Suchmaschine Bing anstatt auf Google. Und weil Apple die Software auf den eigenen Geräten vorinstallieren kann, starten die AI-basierten Programme quasi in der Poleposition. Doch dass sie sich am Ende auch durchsetzen, ist damit noch lange nicht ausgemacht.

Während Facebook und Google ihre AI mit möglichst vielen Nutzerdaten füttern und ihre Angebote auf jeden einzelnen User zuschneiden, hat Apple den Schutz der Privatsphäre zum wichtigen Markenzeichen erhoben. Spätestens seit der Kontroverse um die Entschlüsselung des iPhones des Attentäters von San Bernardino kann der Konzern das nicht mehr ändern, ohne sein Gesicht zu verlieren.

Sammelwut gegen Privatsphäre

Zur Entwicklung und Verbesserung von künstlicher Intelligenz ist Big Data aber absolut unersetzlich. Um die Daten der Nutzer zu schützen, greift Apple deshalb auf das Konzept der sogenannten «Differential Privacy» zurück. Die Daten werden gewissermassen mathematisch verwässert, so dass die Präferenzen des einzelnen Nutzers nicht mehr zurückzuverfolgen sind.

Das Problem: Wird zu viel an den Daten verändert, werden sie für Apple wertlos. Und fügt man zu wenig «Rauschen» hinzu, bleibt der User identifizierbar. Apples Vorschläge könnten also noch einige Zeit weniger präzis sein als die der Konkurrenten, vermutet die Wirtschaftsagentur «Bloomberg». Wahre Apple-Anhänger wird das aber sicherlich weniger stören, als die ungebremste Sammelwut von Google und Facebook.

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