Die Investorennachfrage nach Gold bleibt hoch.

In den vergangenen Wochen und Monaten bewegte sich der Goldpreis eher seitwärts und abwärts als aufwärts. Zeichnet sich ein Ende der Goldhausse ab?

Peter Frech:
Nein, das Finale Furioso steht noch bevor. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass der Goldpreis weiter steigen wird. So machen negative Realzinsen das Halten von Gold attraktiv. Zudem wird sich die Schuldenproblematik in den westlichen Ländern nicht so rasch verändern. Solange es die Politik der Notenbanken ist, die Sparer langsam zu enteignen und die Schuldenberge sanft wegzuinflationieren, wird der Wind kaum drehen. Des Weiteren steigt auch die Nachfrage der Schwellenländer laufend, und physisch gedeckte Gold-ETFs verzeichnen Rekordbestände.

Apropos Gold-ETFs. Immer wieder kursieren Gerüchte, dass nicht genügend Gold vorhanden sei, um diese zu decken. Was halten Sie davon?

Wenig bis gar nichts. Bis heute wurden weltweit 170000 Tonnen Gold gefördert. Der gesamte ETF-Bestand umfasst rund 2600 Tonnen Gold. Dies entspricht etwa der Jahresproduktion aller Minen weltweit und damit einer kleinen Menge. Mein Tipp an die Anleger: Entscheiden Sie sich nur für Gold-ETF-Produkte, die effektiv eine physische Goldabdeckung haben.

Gold ist nicht unbegrenzt vorhanden, zudemsinken die gefundenen Goldkonzentrationen laufend. Kann diese Knappheit in absehbarer Zeit zu einem Nachteil werden?

Überhaupt nicht. Siemacht den Goldförderern zu schaffen, ist aber gut für den Goldpreis. Trotz steigender Preise seit zwölf Jahren ist weltweit die Goldproduktion kaum gestiegen. Solange die Geldmenge weiter viel stärker wächst als die Goldmenge, hat das Edelmetall Auftrieb.

Die systemischen Risiken in der Finanzwelt nehmen laufend zu. Welchen Einfluss hat dies auf das Gold?

Eher einen positiven. Physisches Gold beinhaltet kein Gegenparteirisiko, und es könnte in Geschäftsbanken als Sicherheit hinterlegt werden. Im Rahmen von BASEL III wird im Moment darüber diskutiert, ob Gold künftig als Kernanlage für Banken dienen soll. Dies könnte einen Nachfrageschub auslösen, doch das ist im Moment noch nicht abschätzbar.

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Heisst das also, dass neue Regulationen die Anleger zum Kauf vonGoldmotivieren?

Im Moment sicher nicht. Die Angst vor einer Inflation sowie die tiefen Zinsen sind sicher der grössere Anreiz als neue Regulationen. Und das wird noch eine Weile so bleiben.

Wagen wir noch einen Ausblick. Wohin wird sich der Goldpreis in den kommenden 12 bis 18 Monaten entwickeln?

So lange die Realzinsen weiterhin tief gehalten werden, dürfte der Goldpreis in einem Jahr eher höher sein als heute. Die grosse Frage ist, ob es noch zu einer richtigen Inflationspanik kommen wird. Die Allzeitrekordmarke aus demJahr 1980 von 2500 heutigen, also inflationsadjustierten US-Dollar liegt durchaus in Reichweite. Noch attraktiver als physisches Gold sind aus meiner Sicht derzeit aber die Goldminen- Aktien, die wegen zahlreicher Probleme sehr unpopulär sind und die historisch tief bewertet sind.

 

Zur Person: Peter Frech, Fondsmanager
Peter Frech ist seit 2007 bei der Quantex und verantwortlicher Fondsmanager des Quantex Strategic Precious Metal Fund, des Quantex Commodity Fund und des Quantex Global Value Fund. Er studierte Psychologie an der Uni Zürich. 2011 und 2013 wurde er mit dem Lipper Fund Award für den erfolgreichsten Edelmetallfonds während der letzten drei beziehungsweise fünf Jahre ausgezeichnet.