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Wettbewerb
Elektronikkonzerne müssen Millionenstrafe an EU zahlen

Asus
Asus: Der taiwanesische Elektronikhersteller muss alleine 64 Millionen bezahlen.Quelle: Keystone .

Wegen Preisverzerrungen werden Asus, Philips und Co. von EU-Kommission bestraft. Schweizer Unternehmen sind nicht betroffen.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Die EU-Wettbewerbshüter haben gegen mehrere namhafte Elektronikhersteller eine Strafe über insgesamt 111 Millionen Euro wegen Preisverzerrungen im Online-Handel verhängt. In der Schweiz droht den gebüssten Herstellern zumindest aktuell noch kein Ungemach.

Der Computer-Anbieter Asus, der Elektroriese Philips sowie die Unterhaltungselektronik-Marken Denon, Marantz und Pioneer hätten Online-Einzelhändlern illegalerweise Fest- oder Mindestpreise für den Weiterverkauf ihrer Produkte vorgegeben, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Die grösste Einzelstrafe trifft mit rund 64 Millionen Euro Asus.

«Der Markt für Online-Handel wächst rapide und hat in Europa inzwischen ein jährliches Volumen von über 500 Milliarden Euro erreicht», sagte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. «Mehr als die Hälfte der Europäer kaufen jetzt auch über das Internet ein.

Die Massnahmen der vier Unternehmen haben für Millionen von Verbrauchern in Europa zu höheren Preisen für Küchengeräte, Haartrockner, Notebooks, Kopfhörer und viele andere Produkte geführt.»

Die Wettbewerbshüter hatten im vergangenen Jahr die Ermittlungen offiziell eingeleitet. Wegen der Kooperation der Unternehmen seien nun sämtliche Strafen reduziert worden, hiess es.

Keine Anhaltspunkte für Fehlverhalten in Schweiz

Der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) waren die Entscheide der EU bisher nicht bekannt. "Wir haben im Moment auch keine Anhaltspunkte, dass die betreffenden Hersteller auch in der Schweiz Fest- oder Mindestpreise gegenüber dem Handel durchgesetzt hätten", sagte Vize-Direktor Patrik Durcey auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Im Falle solcher Einflussnahmen gebe es jedoch auch hierzlande die Möglichkeit, einen Hersteller gestützt auf das Kartellgesetz zu sanktionieren. Vor kurzem sei dies beispielsweise bei Rasenmährobotern der Marke Husqvarna der Fall gewesen, sagte der Weko-Vize-Direktor.

(awp/mlo)

 

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