Viele haben den glücklich verzückten Sprung von Dagobert Duck in seine mit Goldducken und Goldnuggets gefüllte Badewanne vor Augen: Gold glänzt und zieht einfach seit vielen Jahrtausenden die Sinne der Menschen auf sich. Und derzeit strahlt das Edelmetall ganz besonders hell.

Alleine seit der letzten Besprechung von Gold Mitte Januar ist das gelbe Metall um 100 Dollar je Unze oder um rund sieben Prozent gestiegen. Der damals empfohlene Gold-Call (ISIN: DE000PS7JS31, Basis und Knock-out jeweils 1241,048 Dollar) bringt sogar ein Plus von 25 Prozent.

Die Unsicherheit ist hoch…

Vor sechs Wochen war der Preis für das Edelmetall über den Widerstand bei 1550 Dollar für 31 Gramm nach oben ausgebrochen. Das hatte weitere Käufe ausgelöst. Die Unsicherheit durch Corona trägt jetzt auch das Ihre zu den Kursgewinnen bei und inzwischen hat Gold ein Siebenjahreshoch erreicht.

Angesichts der Corona-Unsicherheit könnte es mit Gold weiter nach oben gehen. Nicht nur wegen Angst und Sorgen, sondern auch wegen harter Fakten. Denn Corona zieht seine Kreise und das lähmt zusehends die Unternehmen. Schon vor Corona Anfang Januar hatte die Weltbank ihre Prognose für das weltweite Konjunkturwachstum in diesem Jahr von 2,7 auf 2,5 Prozent gesenkt.

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… die Zinsen könnten weiter sinken…

Jetzt stehen in vielen Fabriken in China die Bänder still und das hat teils enorme Auswirkungen auf die internationalen Versorgungswege. Zulieferer fallen aus und Unternehmen in den westlichen Industrieländern können wegen fehlender Vorprodukte nichts mehr produzieren. Die Konjunktur wird in den nächsten Monaten in vielen Industriestaaten schwächeln.

Europa auf jeden Fall ist schon jetzt nicht allzu weit von der Rezession entfernt und der Corona-Schock könnte die Wirtschaft auf dem Kontinent in den Nullbereich drücken. Auch die USA werden leiden und das hat dann eine Folge: Die Notenbanken werden die Zinsschrauben höchstwahrscheinlich schon bald nochmals lockern und die Märkte mit Geld fluten.

… und das ist gut für Gold

Fallen die Zinsen aber weiter, ist das gut fürs Gold. Denn das Edelmetall bringt bekanntermassen keinen Zins und fallen Alternativ-Anlagen weg, oder es gibt noch höhere Negativ-Zinsen auf Cash bei der Bank, dann legen sich Anleger doch lieber das weiche Metall in ihr Portfolio.

Zu den Unsicherheiten und einer Welt des billigen Geldes kommt ein weiterer Punkt: Zentralbanken rund um den Globus sind nach wie vor auf der Käuferseite bei Gold. So traten die Notenbanken im vierten Quartal im zehnten Jahr infolge als Nettokäufer auf.

Ende 2019 waren die Goldbestände der Zentralbanken mit 650,3 Tonnen – das Edelmetall in den Tresoren der Notenbanker hat damit einen Wert von 34,5 Milliarden Dollar – auf dem zweithöchsten Stand der letzten 50 Jahre.

Nationale Währungen – der Goldpreis erreicht Allzeithochs

Was beim aktuellen Aufstieg des Goldpreises erstaunt: Das Edelmetall erreichte jetzt oder in den letzten Wochen in den Währungen verschiedener Länder ein Allzeithoch. Beim Goldpreis in Euro gab es vor wenigen Tagen einen neuen Rekord, beim Goldpreis in indischen Rupien oder der türkischen Lira ebenso. In der Regel bremst ja ein hoher Goldpreis in der jeweiligen Landeswährung die Nachfrage.

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Denn Goldschmuck beispielsweise ist dann relativ zusehends teuer und wird in normalen Zeiten weniger gekauft. Hierzulande allerdings ist Gold immer noch relativ günstig. Eine Unze kostet derzeit knapp 1600 Franken. Im Rekordhoch 2011 mussten Anleger dagegen mit rund 2300 Franken für 31 Gramm noch deutlich mehr für das Edelmetall auf den Tisch legen.

Aber auch bei Investoren und Anlegern ist Gold immer begehrter. In diesem Jahr stieg beispielsweise der Bestand des grössten Gold-ETFs weltweit, im SPDR Gold Trust (ISIN: US78463V1070) 893,3 auf 934,2 Tonnen.

Der Widerstand und ein Allzeithoch ist zum Greifen nah…

Bei Gold kommt jetzt obendrein eine wichtige charttechnische Hürde in greifbare Nähe: die psychologische 1700 Dollar-Marke. Fällt die Latte, dann könnte Gold ganz schnell in Richtung des starken Widerstands aus 2011 und 2012 bei 1750 Dollar je Unze stürmen.

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Es würde nicht wundern, wenn Anleger – oder vielmehr eher die spekulativ und kurzfristig orientierten Trader – dann nach Erreichen auch dieser Marke das Allzeithoch vom September 2011 bei rund 1920 Dollar ins Visier nehmen würden.

… Palladium allerdings notiert schon auf einem Rekordniveau

Das Umfeld für Gold ist gut und die Charttechnik lässt weiter steigende Preise erwarten. Anleger, die am Goldrausch verdienen wollen, greifen entweder zu einem ETF wie dem SPDR Gold Trust oder legen sich einen Gold-Call wie den eingangs erwähnten Schein ins Depot. Wer Dagobert Duck spielen will, der schüttet aber tatsächlich physisches, greifbares Gold in Form von Münzen oder Barren in die Badewanne.

Und ein Nachtrag: Das zusammen mit Gold im Januar ebenfalls empfohlene Palladium kam sogar noch schneller nach oben als das gelbe Metall. Das Plus beim Industrierohstoff beträgt seither nämlich 25 Prozent und der Call (ISIN: CH0481366299, Basis und Knock-out jeweils 1374,76 Dollar) hat sich dadurch schon fast verdoppelt. Wie bei Gold dürfte auch bei Palladium der Aufschwung so schnell noch nicht zu Ende sein. 

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Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.