Der Immobilienmarkt in Deutschland boomt. Zuerst gab es viele Jahre lange verfehlte Weichenstellungen in der Politik, die zu einem Rückgang bei Wohnungsneubauten geführt haben und dann schwappte vor drei Jahren die Flüchtlingswelle über das Land mit zusätzlicher Nachfrage. Die Folge: Vor allem in den Ballungsräumen ist Wohnraum knapp, teils herrscht sogar Wohnungsnot. So wurden im vergangenen Jahr zwar rund 300'000 Wohneinheiten in der Republik neu gebaut und in diesem Jahr sollen es 320'000 sein. Doch laut den Experten des Münchner Ifo-Instituts liegt der jährliche Bedarf im Land sogar bei 400'000 Einheiten.

Dieses Marktumfeld ist gut für Immobilienunternehmen und so profitiert auch CR Capital Real Estate von der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung von Reihenhäusern spezialisiert und konnte vor wenigen Monaten den ersten Bauabschnitt eines grossen Projekts bei Leipzig abschliessen.

Der Verkaufsstart für ein weiteres Immobilienprojekt ist schon erfolgt

Der erste Teil des Projekts umfasst 96 Einheiten und im April wurden die letzten Häuser verkauft. Nach dem erfolgreichen Abschluss hat CR Capital nun ein deutlich grösseres Projekt am Start. Im selben Wohngebiet ist nun nämlich der Verkaufsstart für ein Projekt mit rund 200 Einheiten erfolgt. Der Baubeginn ist für das zweite Halbjahr geplant. Zusätzlich hat das Unternehmen im Speckgürtel von Berlin noch ein weiteres Bauprojekt in der Pipeline, bei dem im nächsten Jahr 60 Einheiten entstehen sollen.

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Damit aber nicht genug. Das Immobilienunternehmen aus Berlin hat noch grössere Pläne. Im Umland der deutschen Hauptstadt gibt es noch reichlich Flächen und CR Capital will ab etwa 2020 oder 2021 jährlich etwa 300 Einheiten verkaufen.

Hohe Standardisierung, tiefer Preis, hohe Nachfrage

Dabei kommt dem Unternehmen auch sein Geschäftsmodell zu gute. Denn die Berliner setzen auf hohe Standardisierung ihrer Häuser bei der Extrawünsche der Käufer nicht berücksichtigt werden. Dadurch können die Einheiten quasi industriell wie am Fliessband gefertigt werden und sind entsprechend günstig. Während andere Anbieter wegen der Berücksichtigung von Sonderwünschen der Käufer je Quadratmeter oft 4000 Euro berechnen müssen, kann CR Capital den Quadratmeter für rund 2000 Euro anbieten.

Die Rechnung sieht nun folgendermassen aus: 300 Einheiten pro Jahr ab 2020 oder 2021 – jede Einheit ist ein Reihenhaus mit rund 100 qm Fläche – und laut Branchenkennern eine Gewinnspanne je Quadratmeter von etwa 1000 Euro ergeben einen jährlichen Gewinn bei CR Capital vor Zinsen und Steuern von rund 30 Millionen Euro. Nach Steuern wären da etwa 20 Millionen Euro oder rund 10 Euro je Aktie jährlich drin. 2017 lag das Ergebnis der Berliner noch bei 3.14 Euro je Anteil. Angesichts des Wohnungsmangels bei den Nachbarn und der hohen Standardisierung der Häuser mit tiefen Verkaufspreisen scheinen die Ziele realistisch. Schon auf Sicht von zwei bis drei Jahren hat die Aktie das Zeug zum Verdoppler oder Verdreifacher.

 

CR Capital Real Estate AG

ISIN: DE000ASGS625

Gewinn je Aktie 2019e: 5,0 €

KGV 2019e: 5,2

Dividende/Rendite 2018e: 1,50 €/5,8%

EK je Aktie: 15,10 €

EK-Quote: 67,5%

KBV: 1,7

Kurs/Ziel/Stopp: 26,0/48,50/18,30 €

 

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent)