Seine selbst bewohnte Immobilie in Muttenz hat Mario Geniale vor drei Jahren verkauft und ist in die Stadt Basel gezogen. «Ich habe gemerkt, dass ich ein Stadtmensch bin», begründet der Anlagechef der Bank CIC seinen Umzug.

In der Stadt wohnt er jetzt zur Miete und geniesst die Flexibilität. Da er keine eigene Immobilie mehr besitzt, schaut er sich bei Immobilienfonds und -gesellschaften um. Es kämen aber nur solche infrage, die ihren Fokus auf Wohnimmobilien legen würden. Bei Geschäftsimmobilien müsse man mit 10 Prozent weniger Auslastung rechnen, erklärt Geniale.

Immobilien sind zwar ein interessantes und wichtiges Thema, aber in seinem Depot spielen sie höchstens eine Nebenrolle. Grundsätzlich kauft Geniale den Markt, wie er es nennt. Damit meint er, dass er mit dem grössten Teil seines Anlagevermögens kostengünstig auf einen breiten Aktienindex setzt.

Er setzt auf Futures

Als Experte verwendet er oft Futures auf den Schweizer Aktienindex SMI, welcher die zwanzig grössten und am meisten gehandelten Schweizer Aktien enthält. Ein Future hat den Vorteil, dass man damit sehr kostengünstig agieren kann. Allerdings ist der Handel mit Futures den Profis vorbehalten, weil man dort mit hohem Hebel umgehen können muss.

Geniale kauft Futures und setzt gleichzeitig einen Stopp Loss. Er setzt also einen Wert fest, bei dem der Future automatisch verkauft wird. «Im Februar dieses Jahres hat mir das viel Ärger erspart», sagt er. Derzeit setzt er seine Strategie nicht mit einem Future, sondern mit einem Exchange Traded Fund (ETF) auf den Schweizer Aktienindex SPI um. Dieser Index enthält nicht nur die grossen Schweizer Börsenwerte, sondern auch die kleineren.

Wenn es an den Börsen turbulenter zu werden droht, sichert er sein Portfolio mit SMI-Futures ab. Sehr vereinfacht gesagt, setzt er damit ungefähr im gleichen Ausmass auf fallende Kurse, wie er mit seinen restlichen Anlagen auf steigende Kurse gesetzt hat. Alternativ dazu kauft er manchmal auch ein Volatilitätszertifikat auf den VIX Index. Dessen Wert steigt, wenn es an der Börse turbulenter wird.

Abbildung eines Adidas-Schuhs der Marke «Superstar».

Für Geniale ein «Superstar»: Der Sportkonzern Adidas ist stark in Asien, und seine Aktien haben Erholungspotenzial.

Quelle: HZ

Um dieses Marktportfolio herum setzt er auf einzelne Titel. Dazu gehört Adidas. Die Aktien des Sportartikelherstellers hat er gekauft, weil sie in der Pandemie rund einen Drittel an Wert verloren haben. «Klar, die leiden, aber das ist temporär», sagt er. «Die gehen Richtung E-Commerce und sind auch in den Schwellenländern stark.»

In den Schwellenländern setzt er insgesamt auf E-Commerce und Digitalisierung. Das tut er über den ETF mit dem Kürzel EMQQ (ISIN:IE00BFYN8Y92).

Im Bild sind verschiedene Ketten aus Gold sowie 100 Gramm Gold.

Goldfan Geniale setzt auf Gold: Bis zum Jahr 2025 könnte dessen Preis auf 5000 Dollar pro Unze steigen.

Quelle: Gamma-Rapho via Getty Images

Als Goldfan hält Geniale den Vaneck Vectors Gold Miners (ISIN:IE00BQQP9F84). Er denkt, der Goldpreis könnte bis zum Jahr 2025 auf 5000 Dollar pro Unze steigen, wovon Goldminenaktien profitieren dürften. Zuletzt sind noch zwei Schweizer Aktien im Depot von Geniale: Vifor Pharma und Partners Group.

Aufholpotenzial bei Vifor

Letztere ist eine Möglichkeit für Privatanleger, vom Boom in den Private Markets zu profitieren, zu denen Kleinanleger keinen direkten Zugang haben. Geniale ist vom Netzwerk der Partners Group überzeugt, was dazu führen sollte, dass sie an die besten Deals kommen.

Bei Vifor gefallen Geniale die langjährigen hohen Wachstumsraten und die Kooperation mit dem Pharma-Giganten Roche sowie dem Dialysespezialisten Fresenius Medical Care. «Die Aktie ist in der Pandemie stark zurückgeblieben, hat aber Aufholpotenzial», sagt Mario Geniale.