Die Regierungskrise in Deutschland belastet den Euro. Die Gemeinschaftswährung schwächte sich am Montag um ein halbes Prozent auf 1,1631 Dollar ab, nachdem der Ayslstreit zwischen CDU und CSU am Sonntag eskalierte. Die beiden Unionsparteien planen nach der Rücktrittsankündigung von Innenminister Horst Seehofer im Tagesverlauf einen erneuten Anlauf zur Einigung in der Migrationsfrage.

«Grundsätzlich kann es für den Euro durchaus relevant sein, wenn sich die politische Landschaft in Deutschland fundamental verändert», sagte Devisenexpertin Esther Reichelt von der Commerzbank. Der Euro sei ein «politisch gewolltes Experiment» und die dringend benötigten Reformen in der Euro-Zone, die den Euro auf ein stabiles Fundament setzten, seien ohne Deutschland nicht denkbar.

«Ein Auseinanderbrechen der Union aus CDU und CSU würde es in Zukunft nicht einfacher machen, eine stabile Regierungsmehrheit zu finden.» Allerdings seien auch die anderen Parteien, die für eine Regierungsbildung infrage kämen, grundsätzlich an einem pro-europäischen Kurs interessiert. Die Stabilität des Euro sei selbst bei einer Eskalation des Asylstreits nicht in Gefahr.

(sda/mlo/bsh)