Anleger sollten öfter über den nationalen Tellerrand blicken, um keine Investmentchancen zu verpassen. Diese Weisheit ist altbekannt. Schweizer Investoren sollten sie sich momentan ganz besonders zu Herzen nehmen: Im Nachbarland Deutschland werden die 30 grössten börsenkotierten Konzerne in den kommenden Monaten voraussichtlich insgesamt 31 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten, zeigen Berechnungen der deutschen Wirtschaftszeitung «Handelsblatt».

Es wäre eine Rekordsumme. Die Dividendenzahlungen der im Leitindex Dax gelisteten Unternehmen übersprängen damit erstmals in der Geschichte die Marke von 30 Milliarden Euro.

Offizielle Zahlen erst im Frühjahr

Offiziell geben die meisten Dax-Unternehmen die Höhe ihrer Ausschüttung für das laufende Jahr zwar erst im Frühjahr 2017 bekannt. Die Berechnungen des «Handelsblatts» deuten aber auf einen wahren Geldregen für Aktionäre hin. Davon können auch eidgenössische Investoren profitieren. In den vergangenen Jahren haben viele Anleger angesichts der historisch niedrigen Zinsen bereits zu dividendenstarken Aktien gegriffen, um regelmässige Erträge zu erzielen. Dividenden können Studien zufolge einen grossen Teil zur Gesamtrendite eines Aktieninvestments beitragen.

Nicht allein die zu erwartende Höhe der Dividendenrendite macht einen Valor attraktiv. Auch eine nachhaltige Dividendenpolitik spielt eine wichtige Rolle. Ein Indiz dafür ist, wenn Unternehmen über einen längeren Zeitraum hinweg zuverlässig eine stabile Dividende gezahlt oder diese sogar angehoben haben. Um das zu leisten, braucht es ein langfristig erfolgreiches Geschäftsmodell.

Daimler, Adidas oder Allianz

Zu den Dax-Konzernen, die ihre Dividende im kommenden Jahr steigern dürften, gehört beispielsweise Daimler. Der Automobilhersteller war bereits in den vergangenen Jahren ein Garant für attraktive Ausschüttungen – und hat seine Dividende zudem gesteigert. Konnten sich Aktionäre im Jahr 2014 über eine Ausschüttung von 2,45 Euro je Aktie freuen, waren es im Jahr 2016 schon 3,30 Euro. Im kommenden Jahr soll die Dividende sogar auf 3,43 Euro je Aktie steigen, was einer Dividendenrendite von 5,41 Prozent auf den aktuellen Kurswert entspricht. Wer stetige Erträge erzielen will, trifft mit Daimler also eine gute Wahl. Mit nennenswerten Kurssteigerungen rechnen Analysten allerdings nicht. In den vergangenen Monaten ging es sogar bergab.

Neben Daimler haben in den zurückliegenden Jahren noch weitere Dax-Konzerne mit stabilen beziehungsweise steigenden Dividendenzahlungen überzeugt: etwa der Sportartikelhersteller Adidas, der Versicherungskonzern Allianz, der Rückversicherer Munich RE sowie der Elektroriese Siemens. Sie alle dürften ihre Ausschüttungen an die Aktionäre im kommenden Frühjahr erhöhen. Gleiches gilt für den Technologiekonzern Linde und den Gesundheitskonzern Fresenius.

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Dividendenfonds als attraktive Option

Schweizer Investoren haben also eine grosse Auswahl, wenn sie sich im Nachbarland auf die Suche nach dividendenstarken Aktien machen. Starke Kurssteigerungen sollten sie sich von den Titeln allerdings nicht versprechen. Denn das Zinsniveau ist für die Kursentwicklung von Dividendenaktien äusserst wichtig. Solange die Zinsen sanken, stiegen die Kurse dividendenstarker Aktien. Nun sieht es danach aus, als könnten zumindest in den USA die Zinsen demnächst steigen – eine schlechte Nachricht für Dividendentitel. Zwar können die Renditen von Obligationen noch lange nicht mit den Dividendenrenditen vieler Aktien mithalten. Trotzdem drückt die mögliche Zinswende auf die Kurse.

Wer auf Nummer sicher gehen und nicht nach ausgewählten Dividendenperlen tauchen will, sollte in einen Fonds investieren. Viele Investmentgesellschaften bieten aktiv verwaltete Dividendenfonds an, die breit gestreut in dividendenstarke Aktien investieren – regional beschränkt oder weltweit.

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