Wachstumswerte waren über die letzten Jahre tonangebend, misst man die Renditedifferenz zwischen Indizes mit Wachstums- gegenüber Indizes mit Substanzwerten. Die Bereitschaft, für mehr Wachstum auch eine höhere Prämie zu zahlen, war selten so ausgeprägt.

Matthias Jenzer ist CEO von Quilvest (Switzerland) Ltd.

Die Pandemie brachte diesem Trend keinen Abbruch. Im Gegenteil, klassische Wachstumssektoren wie Technologie oder Sparten der Telekommunikation waren selten so gefragt wie heute. Demgegenüber stehen Substanzwerte wie zum Beispiel Werte aus dem Finanzsektor, die wohl über eine weitaus längere Zeit mit rekordtiefen oder sogar Negativzinsen zu kämpfen haben.

Mit der Ungewissheit im Nacken, einem eher ernüchternden wirtschaftlichen Ausblick ohne jeglichen Inflationsdruck am Horizont, bleiben Unternehmen mit höherem Wachstumspotential weiterhin gefragt. Obwohl die Bewertungen mittlerweile stattlich ausfallen, darf man nicht pauschal von einer Blase sprechen.

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Eine Portion Mut, um diese Aktien einzukaufen

Die Gewinnresultate haben gezeigt, dass trotz der extrem widrigen Umstände viele dieser Unternehmen durchaus starke Umsatz und Gewinnzahlen geliefert haben. Nichtsdestotrotz wurden die wohlbekannten Titel der US-Technologie und -Kommunikationssparte regelrecht beflügelt.

Es braucht tatsächlich eine gesunde Portion Mut, sich in diese Aktien einzukaufen, da deren Bewertungen seinesgleichen sucht. «Growth»-Aktien gibt es jedoch nicht nur in den USA und es sind zudem nicht immer nur ausschliesslich Technologieaktien.

Selbst in Europa oder Japan, beides eher wirtschaftliche Tiefflieger, ist der Kauf von Wachstumsaktien hoch im Kurs. Insbesondere der japanische Markt ist interessant, denn solche Unternehmen werden in Japan weitaus günstiger bewertet als die US-Konkurrenz.

Schön und gut, aber mit Japan hat man schlussendlich selten Geld verdient!

Tatsächlich hinkt der japanische Aktienmarkt den US-Märkten seit Jahren hinterher – trotz Abenomics und Negativzinsen. Japan benötigt jedoch eine differenzierte Betrachtung, da seine Aktienindizes stark von Substanzwerten beeinflusst werden.

Zieht man die Rendite der Wachstumssparte hinzu, so wird man überrascht sein, wie gut deren Rendite im Vergleich dasteht. Japan hat generell Aufholpotenzial gegenüber dem Westen.

Die Covid-Pandemie scheint unter Kontrolle, während die Wirtschaft allmählich wieder in die Gänge kommt - auch dank einer starken Wirtschaftsentwicklung in China. Trotzdem bleiben die Aussichten sehr gedämpft – typisch für Japan! Die laufenden Quartalsrapporte der Unternehmen zeigen jedoch stark positive Überraschungen, was uns zuversichtlich stimmt.

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Wachstumsaktien Japan – ein typischer «GARP»-Markt

Tiefe Erwartungen, dementsprechend starkes Überraschungspotenzial – eine Wirtschaft im Aufwind – dazu noch ein aktiver Fondsmanager mit Fokus auf japanische Wachstumstitel, der sein Handwerk versteht! Alles in allem eine vielversprechende Alternative zu dem teilweise aufgeblasenen US-Markt.