Nicht sensationell, aber immerhin: Die Aktie von JDC Group schaffte seit der Besprechung an dieser Stelle Ende Februar 2019 ein Plus von 30 Prozent. Der Dax oder der SPI kommen im selben Zeitraum mit Gewinnen von jeweils etwa 15 Prozent nur auf eine halb so gute Performance.

Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus Deutschland, Österreich und der Schweiz spezialisiert. Die jährliche Performance des Musterdepots seit Start im April 2010 beträgt +14,6 Prozent (DAX: +7,8 Prozent).

Transparenzhinweis: Der Autor berät Anlageprodukte. In diesem Beitrag besprochene Aktien können zum Anlageuniversum zählen.

Hat der Finanzdienstleister damit ohnehin schon überdurchschnittlich geliefert, so ist mittel- aber auch schon kurzfristig mit deutlich stärkeren Kurssteigerungen zu rechnen. Der Maklerpool – dort sind etwa 15'000 Vertriebspartner mit Fokus auf Finanzen angeschlossen – und Betreiber einer Fintech-Plattform für Banken und Versicherungen wächst selbst in Corona-Zeiten schnell.

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Fintech-Plattform mit ersten Grosskunden

Nach einem Umsatzplus im vergangenen Jahr von 17,3 Prozent auf 111,5 Millionen Euro schaffte das Finanzunternehmen aus Wiesbaden in den ersten neun Monaten Umsatzsteigerungen von 8,7 Prozent. Und die weiteren Perspektiven sind mehr als vielversprechend.

Vor zwei Jahren brachte JDC seine eigene Fintech-Plattform für Banken und Versicherungen an den Start und jetzt sind dort die ersten Grosskunden etwa mit Comdirect Bank oder den Direktversicherungen von Nürnberger Versicherung oder der Versicherungsmakler der Sparkasse Bremen angeschlossen.

Das Geschäft bringt überproportionale Gewinnsteigerungen

JDC sieht in seiner Fintech-Plattform viele Vorteile für die B2B-Kunden wie etwa einen effizienteren Vertrieb der Finanzprodukte oder die Abdeckung der gesamten Wertschöpfungskette und rechnet zeitnah mit Kooperationen mit weiteren grossen Partnern. Gut informierte Kreise erwarten im nächsten Jahr einen Umsatzanstieg auf 150 Millionen Euro.

Da das Geschäftsmodell der Fintech-Plattform skalierbar ist, bedeutet das, dass die Gewinne bei höheren Umsätzen überproportional stark steigen. Deshalb dürfte sich der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen dann von 4,2 Millionen im vergangenen Jahr auf 8 bis 9 Millionen Euro in etwa verdoppeln. Da ist ein Ergebnis von etwa 0,30 Euro je Aktie drin.

Dreifache Kursphantasie

In 2022 – also schon in einem guten Jahr – könnte der Gewinn dann schon bei etwa 0,50 Euro je Anteil liegen. Das wäre ein 20er-KGV. JDC Group wandelt sich jetzt zusehends zum Fintech-Player und Firmen des Sektors sind oft weit höher bewertet. Die deutsche Hypoport etwa bringt es auf dreistellige KGVs. Das ist Teil Eins der Kursphantsie.

Hat JDC alleine dadurch schönes Kursnachholpotential, so kommen nun zwei weitere Dinge hinzu. Zum einen hat die Aktie den psychologisch wichtigen Widerstand um 10 Euro erreicht. Fällt die Marke, könnte das Zehnjahreshoch bei 14 Euro bald wieder drin sein.

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Dazu kommt auch noch Übernahmephantasie. Der kanadische Finanzkonzern Great West-Lifeco – das Unternehmen hat einen Börsenwert von etwa 20 Milliarden Franken – ist mit einem Anteil von 28 Prozent Grossaktionär bei JDC.

Börsianer gehen davon aus, dass die Kanadier ihren Anteil an JDC weiter ausbauen und möglicherweise schon im nächsten Jahr komplett übernehmen könnten. Die Aktie hat damit nicht nur auf Sicht von ein bis zwei Jahren, sondern auch schon in einigen Wochen oder Monaten schönes Potential.

JDC Group AG

ISIN: DE000A0B9N37

Gewinn je Aktie 2022e: 0,50 €

KGV 2022e: 19,6

Dividende/Rendite 2018e: -/-

EK je Aktie: 2,28 €

EK-Quote: 32,2%

KBV: 4,3

Kurs/Ziel/Stopp: 9,90/13,80/6,80 €