Billig kaufen, teuer verkaufen – so lautet ein gutgemeinter Rat für Gewinne an der Börse. Doch was ist billig, was ist teuer? Der Kurs könnte ein Indikator dafür sein. Beispiel K+S: Die Aktie des weltgrössten Salzproduzenten und führenden Anbieters von Kali- und Magnesiumprodukten kostet heute nur noch rund halb so viel wie vor fünf Monaten. Dabei handelt es sich um das Gleiche Unternehmen wie im Frühjahr.

Betrachtet man allerdings die Gewinnentwicklung, dann könnte K+S im Moment auf den ersten Blick nicht billig sein. Denn im ersten Halbjahr litt das MDAX-Mitglied aus dem deutschen Kassel unter steigenden Vertriebskosten und einem negativen Ergebnis bei Absicherungsgeschäften. Der Gewinn in den ersten sechs Monaten fiel deswegen von 141 auf 45 Millionen Euro. Und in diesem Jahr ist kaum weniger als ein 30er-KGV drin.

K+S will die Kosten senken

Doch das KGV ist nur eine Bestimmungsgrösse für billig oder teuer. Besonders wichtig sind die Perspektiven: Der Umsatz steigt. Im ersten Semester kletterten die Erlöse bei K+S um 6,1 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Und in den nächsten Jahren sind weitere Steigerungen zu erwarten. Salz ist gefragt – und insbesondere aus der chemischen Industrie in China soll es in den nächsten Jahren zusehends höhere Nachfrage geben.

Ohnehin arbeitet K+S den gestiegenen Kosten entgegen. Im Rahmen einer neuen Strategie will Firmenchef Burkhard Lohr die Bereiche des Unternehmens, also Kali/Magnesium und Salz, stärker integrieren und nach aussen als ein Unternehmen auftreten. Daraus verspricht sich der Manager nicht nur eine bessere Kundenansprache, sondern auch die Hebung von Synergien. Alleine bis Ende 2020 soll das Ergebnis um 150 Millionen Euro steigen.

Die Aktie notiert deutlich unter Buchwert

Dann liegen wieder ein Gewinn um 2 Euro je Aktie drin – und ein moderates KGV von unter 10. Doch bereits jetzt deutet eine andere Kennzahl auf billig: das Kurs/Buchwert-Verhältnis KBV. Denn bei einem Eigenkapital je Aktie von 21.61 Euro notiert K+S nach dem Kursverfall der letzten Wochen nun 25 Prozent unter Buchwert, das KBV liegt nur bei 0,7.

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Erkennen fundamental orientierte Börsianer darin schon ein starkes Zeichen für billig und damit eine günstige Bewertung, so werfen jetzt auch charttechnische fokussierte Anleger einen Blick auf K+S. Denn die Aktie läuft seit drei Jahren in einer Handelsspanne zwischen 15 und 25 Euro und hat die untere Begrenzung dieser Range erreicht. Von dort konnte der Titel bereits zweimal schnell und stark nach oben drehen. Fundamental und auch charttechnisch orientierte Anleger sehen ein Kurspotential von 30 Prozent und mehr.

 

K+S AG

ISIN: DE000KSAG888
Gewinn je Aktie 2019e: 1.00 Euro
KGV 2019e: 15,9
Dividende/Rendite 2018e: 0,35 €/2,2%
EK je Aktie: 21.61 Euro
EK-Quote: 42,8 Prozent
KBV: 0,7
Kurs/Ziel/Stopp: 15.90/24.80/11.20 Euro

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +18,7 Prozent (DAX: +5,6 Prozent), 3 Jahre: +51,8 Prozent (DAX: +14,9 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +374,2 Prozent (Dax: +96,9 Prozent).