Louis Leopold Boilly (1761-1845), French School, The Seven Deadly Sins: The Gluttony, 1824, Private Collection, C17910. (Photo by: Christophel Fine Art/UIG via Getty Images)Louis Leopold Boilly (1761-1845), French School, The Seven Deadly Sins: The Gluttony, 1824, Private Collection, C17910. (Photo by: Christophel Fine Art/UIG via Getty Images)

Die sieben Todsünden des Investierens

Von Peter Frech
am 26.12.2020

«Gula»: Völlerei und Masslosigkeit können zu höllisch teuren Sünden werden.

Quelle: Getty Images

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Die Weihnachtszeit bietet Anlegern Anlass, auf wertvollen christlichen Rat zu hören. Sieben Todsünden gilt es beim Investieren zu vermeiden.

Gula: Völlerei, Masslosigkeit

Wer zu Ausschweifungen und Masslosigkeit neigt, unterliegt Gula. Anleger, die schnell reich werden wollen und sich nach den höchstmöglichen Renditen strecken, sind ihre Opfer. Sei es, weil, sie den neusten Boomanlagen nachrennen, Kredithebel einsetzen oder immer nach der nächsten Amazon-Aktie suchen. 10 Prozent im Jahr sind ihnen nicht genug, es müssen 100 Pozent oder besser 1000 Prozent sein. In der Realität resultiert dann meist eine schlechte Rendite oder der Totalverlust, da zu viele Anleger diese Lotterielose zum schnellen Reichtum kaufen wollen. Empirische Studien zeigen, dass Anlagen mit einem hohen Hebel meistens zu teuer und ihr Risiko nicht wert sind.

Die Tugend: Mässigung

Wer sich selbst beherrscht und einen Sinn für die Realität hat, legt besser an. Langsam, aber stetig dazuzugewinnen, ist das Ziel. Eine vernünftige Diversifikation der Anlagen ist das einfachste Hilfsmittel zur Mässigung. Es sollte dabei immer eine Strategie verfolgt werden, bei der ein Totalverlust des Vermögens unmöglich ist. Damit wird man zwar in den seltensten Fällen über Nacht reich, doch das sollte vernünftigerweise auch nicht das Ziel sein. Das Unglück vieler Lotto-Millionäre spricht diesbezüglich Bände.

Foto: © Flament / Andia.fr

Avaritia: Geiz, Habsucht, Raffgier

Die Sünde meint das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz. Vor lauter Sparen und Geldvermehren sollte das Leben nicht vergessen werden. Viele Top-Manager und andere finanziell höchst erfolgreiche Leute kommen irgendwann zur Erkenntnis, dass ein paar Millionen weniger auch gereicht hätten und dass sich all das Geld nicht mehr in verpasste Zeit mit Kindern, Partnern und Freunden oder ein schönes Hobby umwandeln lässt. Der legendäre Investor und Multimilliardär Warren Buffett etwa bereut in seiner Biographie als Einziges, nicht mehr Zeit mit seinen Kindern verbracht zu haben.

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Die Tugend: Mildtätigkeit

Die Tugend der Nächstenliebe und helfenden Wohltätigkeit gehört auch zum Anlegen: Wer beim Investieren alles mehr oder weniger richtig macht, sollte hier nicht geizen.

Dieser Beitrag erschien erstmals am 19. November 2018. Aktualisiert und angepasst am 9. Dezember 2019.