«Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.» Das sagte Börsenguru André Kostolany vor vielen Jahren. Betrachtet man die breiten Aktienindizes wie den SMI, den S&P 500 oder den DAX, hat Kostolany völlig Recht. Der SMIC – also der SMI inklusive der Dividenden seiner Mitglieder – hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt.

S&P 500 und DAX schafften seit Juni 2005 Kurssteigerungen von 75 und 150 Prozent. In den letzten 25 Jahren hat der S&P 500 sogar ein Plus von 550 Prozent gebracht, und in den letzten 40 Jahren gab es am breiten US-Aktienmarkt unfassbare Gewinne von 2200 Prozent – das ist das 23-Fache! Im Durchschnitt pro Jahr waren das 8,2 Prozent.

Kostolany hat Recht – oder doch nicht?

So betrachtet hat Kostolany völlig Recht. Beim Blick auf Einzelwerte kommen aber Bedenken. Was war mit den ganzen Dot.com-Unternehmen der Jahrtausendwende, die nach steilem Höhenflug jäh abgestürzt und dann nicht selten in der Pleite gelandet waren und von der Börse verschwunden sind? Cisco, der grosse Netzwerkspezialist mit einem Börsenwert von aktuell immer noch 145 Milliarden Dollar  beispielsweise, notiert heute, 15 Jahre nach dem Jahr 2000, 65 Prozent unter seinem alten Hoch. Oder Juniper Networks.

Der Netzwerkausrüster kostet heute an der Börse noch zehn Milliarden Dollar, im Vergleich zum 2000er-Kursrekord hat sich der Börsenwert gezehntelt.

Die Verlierer und Gewinner...

Liegt Kostolany also falsch? Cisco und Juniper sind zwei Beispiele, die zeigen, worauf Anleger, die wirklich lange denken, achten sollten: Die beiden US-Tech-Werte waren im Jahrtausendboom noch jung – Cisco wurde 1984, Juniper 1996 gegründet –, es gab nur eine kurze Historie, die Entwicklung auf den Absatzmärkten und die Wachstumsraten waren deshalb schwer abschätzbar. Zudem wurden die Aktien damals zeitweise hoch mit dreistelligen KGVs gehandelt.  

Aber es gibt auch Titel mit hohen Kursgewinnen. Die Aktie von Nestlé beispielsweise hat sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt, bezieht man die Dividenden mit ein, verbuchen die Aktionäre des Nahrungsmittelkonzerns sogar eine Verdreifachung. Und in den letzten 20 Jahren kletterte die Notierung sogar auf das 7-Fache. Dividenden sind da noch gar nicht drin. Oder Bell. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Kurs des Fleischexperten verfünffacht, Belimo hat sich verdreifacht und Geberit ist auf das 6-Fache gestiegen.

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… und wie die Siegeraktien aussehen

Diese Unternehmen haben neben den hohen Kursgewinnen noch etwas gemeinsam: Sie sind alt. Nestlé wurde 1866 gegründet, Bell 1869, Geberit hat ihre Ursprünge im Jahr 1874 und Belimo wurde zwar 100 Jahre später gegründet, blickt aber inzwischen auch schon auf 40 Jahre Geschichte zurück. Und noch etwas verbindet diese Titel: Sie verfügen über eine starke Marktstellung.

Für Anleger vom Schlage eines Kostolany ist das entscheidend: Ein gutes, nachhaltig bewährtes Geschäftsmodell, erfahrenes Management, eine gute Marktstellung und starke Produkte. Das garantiert, dass ein Unternehmen auch nach vielen Jahren noch am Markt ist und dass man nach der Einnahme von Schlaftabletten beim Aufwachen keine böse Überraschung erlebt.

Givaudan, Galenica und Lindt & Sprüngli – drei Überflieger für Börsianer

Givaudan machte da jede Menge Freude. Der Aktienkurs des Duftexperten hat sich seit dem Jahrtausendboom verdreifacht. Givaudan ist mit seinem Gründungsjahr 1895 ebenfalls sehr alt, und die Marktstellung ist exzellent. Ist das SMI-Mitglied doch der weltweit grösste Hersteller von Aromen und Duftstoffen.

Gut ins Bild passt da auch Galenica. Die Aktie des Unternehmens aus Bern hat in den letzten 15 Jahren ein Plus von 650 Prozent gebracht und ist damit einer der zuverlässigsten Überflieger auf dem Schweizer Kurszettel. Auch Galenica ist alt – gegründet 1927 – und arbeitet in einer der wichtigsten nachhaltigen Wachstumsbranchen: Gesundheit. Wer als Anleger dem Rat Kostolanys folgen will, sollte immer darauf achten: Die Produkte des Unternehmens sollten einen wirklichen Nutzen bringen und gefragt sein. Kein überflüssiger Schnickschnack, für den es morgen vielleicht schon keine Nachfrage mehr geben wird.

Schokolade dürfte da sicher eine gute Zukunft haben – und auch die Aktie von Lindt & Sprüngli. Seit 2000 hat sich der Kurs versiebenfacht, und auch Lindt ist uralt: Vor mehr als 15 Jahren feierte das Unternehmen seinen 100. Geburtstag. Eine Aktie ganz nach dem Geschmack von Kostolany.

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