«Fällt die Marke von 66'000 Franken, könnte das neue Kursdynamik bringen», so lautete die Einschätzung der Redaktion von stocksDIGITAL in der ersten Ausgabe im September zum Schokoladenhersteller. Schon wenige Tage später konnte die Lindt-Aktie die Hürde knacken und dann tatsächlich kräftig zulegen.

Nach dem Fall des Widerstands kletterte der Titel in einem schwachen Marktumfeld entgegen dem Trend in weniger als zwei Wochen um 5 Prozent und konnte seit dem Fall der 70'000-Franken-Marke Anfang Oktober weiter zulegen. Das Plus der letzten sieben Wochen beträgt inzwischen schon 10,3 Prozent, der SMI hat hingegen gerade wieder sein Ausgangsniveau von Anfang September erreicht.

Lindt & Sprüngli – die psychologische Marke im Blick

Lindt & Sprüngli scheint einfach nicht zu bremsen sein. Nach dem Fall des Widerstands von 30'000 Franken vor vier Jahren ist die Aktie des Konzerns aus Kilchberg in einem steilen Aufwärtstrend und läuft seit Oktober vor zwei Jahren von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar ist bei diesem Überflieger die Bewertung mit einem KGV im mittleren zweistelligen Bereich alles andere als moderat, doch technisch betrachtet ist da noch mehr drin.

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Und genau das ist im Moment das Wichtigste. Denn die fundamentale Meldungspipeline dürfte noch für einige Monate bis zur Vorlage der Jahreszahlen ausgetrocknet sein. Angesichts des Höhenflugs achten Anleger zunehmend auf den Chart. Und da liegen die 100- und 200-Tage-Linien weit zurück, und der RSL – die relative Stärke nach Levy – notiert aktuell bei 1,13.

Die Namensaktie von Lindt & Sprüngli zählt damit zu den stärksten Titeln im SPI. Ein gutes Zeichen. Denn, je weiter dieser technische Indikator über 1 notiert, desto besser sollte eine Aktie in den folgenden Wochen und Monaten laufen. Angesichts des starken Auftriebs scheinen die Börsenbullen hier schon als nächste Hürde die wichtige psychologische 75'000-Franken-Marke im Visier zu haben. Fundamental ist noch etwas Geduld angesagt. Die Präsentation der Umsatzzahlen ist für den 14. Januar geplant.

Galenica – auf Höhenflug

Vor diesem technischen Hintergrund ist auch Galenica interessant. Auch dieser Wert ist seit längerem auf einem absoluten Höhenflug. Nach einem Seitwärtslauf im 2014 zieht es den Kurs seit Anfang 2015 von einem Hoch zum nächsten, und erst vor wenigen Tagen markierte der Spezialist für die Gesundheitsvorsorge ein neues Allzeithoch. Auch beim Konzern aus Bern gibt es technisch keine Hürden mehr. Lediglich auf dem Rekordniveau um 1400 Franken hat sich in den letzten Tagen ein leichter Deckel auf dem Kurs gebildet.

Fällt diese Marke, könnte neue Dynamik in Richtung der nächsten wichtigen psychologischen Marke von 1500 Franken aufkommen. Der RSL liegt bei enormen 1,26, und die Umsatzzahlen für 2015 werden am 21. Januar veröffentlicht.

Temenos – starke Zahlen deuten auf weiteres Hoch

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Ein klarer Überflieger ist auch Temenos. Nachdem der Kurs des IT-Unternehmens den Widerstand des bisherigen Allzeithochs aus 2010 bei rund 40 Franken überspringen konnte, zog es die Aktie schnell nach oben. Während bei Lindt & Sprüngli und Galenica derzeit in der Newspipeline noch Ebbe herrscht, kamen aus der Firmenzentrale von Temenos in Genf vor wenigen Tagen starke Neunmonatszahlen. Zwar konnten alle Geschäftsfelder im dritten Quartal deutlich zulegen, doch bei den Services gab es ein Plus von 16 Prozent und in der Sparte der Softwarelizenzen sogar ein Wachstum von 77 Prozent.

Insgesamt steigerte der Anbieter von Banken-Software seinen Umsatz zwischen Juli und September um 27 Prozent, währungsbereinigt lag das Plus sogar bei 35 Prozent. Angesichts eines positiven Ausblicks für 2015 und 2016 wird der Höhenflug der Aktie wohl noch nicht beendet sein. Bei einem RSL von 1,21 haben technisch orientierte Anleger möglicherweise schon die 50-Franken-Marke im Visier.

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Titlisbahnen – möglicher Kursschub Ende Januar

Gerade leicht vom Höhenflug abgekommen, sind hingegen Titlisbahnen und VZ Holding. Nach einer Kursexplosion um knapp 30 Prozent auf ein neues Allzeithoch Mitte September, im Rahmen der Veröffentlichung starker Sommerzahlen, hat die Aktie des Bergbahnbetreibers in den folgenden Wochen wieder etwas Boden verloren. Immerhin konnte die Unterstützung bei 400 Franken den Kursrückgang stoppen.

Da Mitte Dezember neue Bahnanlagen in Betrieb gehen und das Management zuversichtlich in die Wintersaison blickt, könnten die Jahreszahlen 2014/15 und der Ausblick bei der Präsentation – wahrscheinlich Ende Januar – den nächsten Kursschub auslösen. Technisch betrachtet zählt die Aktie von Titlisbahnen mit einem RSL von 1,22 trotz der jüngsten Kurskorrektur immer noch zu den stärksten Mitgliedern im SPI.  

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VZ Holding – Zwischentief scheint überwunden

Ähnlich sieht es charttechnisch bei VZ Holding aus. Auch die Aktie des Finanzdienstleisters war seit Anfang 2015 in einem Höhenflug. Die rasche Hausse im Oktober nach dem Fall der 300-Franken-Marke wurde dann aber auch wieder durch eine schnelle Korrektur beendet. Nach einer kurzen Konsolidierungsphase notiert VZ Holding jetzt wieder an der 300-Franken-Schwelle. Technisch orientierte Anleger spekulieren angesichts eines hohen RSL von 1,17 darauf, dass nach dem Sprung über diese Hürde der Kurs wieder Fahrt aufnehmen wird. Die Jahreszahlen kommen am 26. Februar.

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