Finanzkrise und Nullzins, starker Franken und Rezessionsgespenst – trotz zahlreicher Ängste und Sorgen und der Herausforderungen geht es den Schweizern gut, sehr gut sogar. Das gilt ganz speziell im internationalen Vergleich. Wie gross der Wohlstand im Land ist, lässt sich im von Credit Suisse Research Institute publizierten Global Wealth Report 2015 nachlesen. Darin wird die Schweiz im Ländervergleich als Nummer eins, gemessen am Durchschnittsvermögen pro Erwachsener, ausgewiesen. In Dollar gerechnet beträgt dieses Vermögen 567'100 Dollar. Gegenüber dem Vorjahresstand ist das zwar ein Rückgang von 4,2 Prozent, gegenüber dem Jahr 2000 ergibt sich aber ein Anstieg von 144 Prozent.

Aber auch global gesehen ging es mit dem Wohlstand [Wert des Finanzvermögens und der realen Vermögenswerte (vor allem Immobilien) privater Haushalte, abzüglich ihrer Verbindlichkeiten] in den vergangenen Jahren ebenfalls nach oben. Laut Credit-Suisse-Studie ist weltweit gesehen das Vermögen von Mitte 2014 bis Mitte 2015 zwar um 12,4 Billionen Dollar geschrumpft, aber das ist auf die Aufwertung des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen zurückzuführen. Bei konstanten Wechselkursen wäre es um 13 Billionen Dollar gestiegen. Und der zuletzt ermittelte Wert von 250 Billionen Dollar soll laut Prognose des Credit Suisse Research Institute bis Mitte 2020 um weitere 38 Prozent auf dann 345 Billionen Dollar steigen.

Partner-Inhalte
 
 
 
 
 
 

Steigende Vermögen – die Favoriten der Anleger

Ein Trend, von dem auch Anleger profitieren können. Laut den Analysten der Credit Suisse ergeben sich für Investoren fünf Hauptansatzpunkte:

1. Die USA als Hort des Wohlstands

In den USA befinden sich 86 Billionen Dollar, was im Ländervergleich dem grössten absoluten Gesamtvermögen entspricht. Nach einem Zuwachs im Vorjahr, der vom festen Dollar begünstigt worden ist, liegt das Vermögen pro Erwachsener inzwischen um 21 Prozent über dem Stand vor der Finanzkrise. In den USA gibt es auch eine überdurchschnittlich hohe Anzahl an vermögenden (High Net Worth, HNW) und hochvermögenden (Ultra High Net Worth, UHNW) Personen.

Vor diesem Hintergrund bevorzugen die Credit Suisse-Analysten Sektoren, deren Abnehmer vermögende US-Verbraucher sind. Dazu zählen Nicht-Basiskonsumgüter mit einem Schwerpunkt auf Freizeitgütern, Finanzdienstleistungen und Versicherungen sowie Statusgüter wie unter anderem Luxusaccessoires, Unterhaltungselektronik oder private Gesundheitsleistungen. Als Top-Empfehlungen werden das Modeunternehmen Ralph Lauren (ISIN: US7512121010) und der Kreditkartenanbieter Visa (ISIN: US92826C8394) hervorgehoben.

2. Wachsende Mittelschicht in den Schwellenländern

2015 zählten global gesehen 664 Millionen Personen zur Mittelschicht, was 14 Prozent der Weltbevölkerung entspricht. Wachstum gibt es primär in den Schwellenländern zu verzeichnen und insbesondere in Asien. Interessant aus Anlegersicht mit Blick auf die Mittelschicht ist unter anderem, dass sie massgeblich für die meisten Verbrauchertrends verantwortlich ist.

Laut Credit Suisse Emerging Consumer Survey zeigt die aufstrebende Mittelschicht in den Schwellenländern die grössten Kaufabsichten in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Bekleidung und Fahrzeuge der unteren Preisklasse. Die obere Mittelschicht interessiert sich hingegen vor allem für Konsumgüter, Automobile, Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Reisen.

Eine wichtige Erkenntnis dabei:  Es werden nicht mehr länger westliche Premium- und Luxusmarken bevorzugt, sondern Massenmarken und inländische Produkte. Um von der wachsenden Mittelschicht in den Schwellenländern zu profitieren, rät Credit Suisse als Hauptempfehlung zum indischen Kreditinstitut Axis Bank (ISIN: INE238A01034) und zum chinesischen Online-Reiseportal Ctrip.com (ISIN: US22943F1003).

3. Die Zahl der Millionäre wächst weiter

In Nordamerika und China erreichte diese Gruppe 2015 neue Rekordniveaus. Erneut ist dabei der Anteil des Finanzvermögens am Gesamtvermögen gestiegen. Das begünstigt die obere Vermögensschicht, da diese über das grösste Finanzvermögen verfügt. Letztlich trägt das allerdings auch zu einer weiter zunehmenden Vermögensungleichheit bei. Das Credit Suisse Research Institute sagt für die nächsten fünf Jahre einen Anstieg der Zahl der Dollar-Millionäre von 46 Prozent, der zu einem Rekord von 49,3 Millionen Personen führen wird, voraus. Mit einem Anstieg um 74 Prozent soll dabei der prozentuale Anstieg in China am höchsten ausfallen.

Auffällig dabei: Vermögende Personen sind in bestimmten Regionen und Ländern gehäuft zu finden, und sie tendieren immer stärker zu einem ähnlichen Lebensstil. So kaufen sie ihre Luxusprodukte laut den Analysten von Credit Suisse an den gleichen globalen Märkten, selbst, wenn sie auf unterschiedlichen Kontinenten leben. Nach Ansicht der Credit Suisse lässt sich über Anbieter von Luxusaccessoires, privaten Bankdienstleistungen, Statusgütern, Privatschulen und privaten Gesundheitsleistungen am besten an diesem Trend partizipieren.

Als Top-Empfehlung werden der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont (ISIN: CH0210483332) und das US-Kreditinstitut J.P. Morgan Chase & Co. (ISIN: US46625H1005) genannt. Ebenfalls als begünstigt von diesem Trend wird aus der Schweiz der Uhrenhersteller Swatch Group(ISIN: CH0012255151) eingestuft.

4. Die Mittelschicht in den Industrieländern steht unter Druck

Seit 2007, als die Kreditkrise ausgebrochen ist, läuft es für die globale Mittelschicht längst nicht mehr so gut wie in den Jahren zuvor. In keiner Region hat die Mittelschicht bisher ihren Umfang aus dem Jahr 2007 wieder erreicht. Auch der Vermögensanteil der Mittelschicht ist seit 2008 in allen Regionen gefallen. Ganz anders sieht das hingegen bei der Oberschicht aus: Hält das oberste Prozent der Vermögensbesitzer inzwischen doch 50,4 Prozent aller Vermögen der privaten Haushalte.

Den vierten Punkt sollten Anleger bei der Auswahl von Unternehmen in den Sektoren Nicht-Basiskonsumgüter und Basis-Konsumgüter vor allem in Europa, aber auch in den USA, berücksichtigen. Discountern und Einzelhändlern im Niedrigpreissegment im Lebensmittel-, Bekleidungs- und Unterhaltungselektronikbereich kommt der genannte Trend nach Einschätzung der Credit Suisse zugute, während Premium- und erschwingliche Luxusmarken unter Druck geraten dürften. Als Topempfehlungen werden für diese Entwicklung der Online-Händler Amazon (ISIN: US0231351067) und die britische Billigfluglinie  Easyjet (ISIN: GB00B7KR2P84) genannt.

5. Die Basis der Vermögenspyramide nicht vergessen

Der untere und mittlere Teil der Vermögenspyramide verfügt über 39 Billionen Dollar, wobei 92 Prozent der Weltbevölkerung hier anzusiedeln sind. Wie die Credit Suisse betont, wirken sich in diesen Segmenten wirtschaftliche Verbesserungen am unmittelbarsten auf den Konsum aus, da Arme die höchste marginale Konsumneigung aufweisen. Genau genommen muss wegen grundlegend unterschiedlicher Bedürfnisse die Basis der Vermögenspyramide noch feiner in Personen mit einem Vermögen zwischen 5000 und 25'000 Dollar und Personen mit weniger als 5000 Dollar differenziert werden.

An der erstgenannten Gruppe kann nach Ansicht der Credit Suisse über globale Anbieter von Basiskonsumgütern partizipiert werden. Ein Engagement in die Basis der Pyramide sei hingegen über alternative Investments wie etwa Mikrofinanzanlagen und andere Impact Investments erreichbar. Als Top-Aktien-Empfehlungen haben sich der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé (ISIN: CH0038863350) und ebenfalls aus dem Nahrungsmittelbereich die südafrikanische Pioneer Foods Group (ISIN: ZAE000118279) qualifiziert.

Mehr zu stocksDigital finden Sie hier.