Das war schon ein Hammer, und alle schütteln nur noch den Kopf: Abgasmanipulation bei VW in den USA bei einer Reihe von Dieselmodellen, und es sollen auch noch verschiedene Marken des Global Players betroffen sein. So etwas hätte wohl niemand vom zweitgrössten Autobauer der Welt erwartet.

Die Meldung über eine clevere, aber illegale Autosoftware, die Abgastestsituationen erkennt und dann den Motor zur Einhaltung strenger US-Abgasnormen entsprechend reguliert, sorgte für einen massiven Kurseinbruch beim DAX-Konzern. Am Montag und Dienstag rauschte der Kurs des Autobauers zwischenzeitlich um bis zu 40 Prozent nach unten.

VW-Crash – hohe Rückstellungen und ein starker Rebound

Immerhin sieht sich der Konzern aus Wolfsburg in Niedersachsen mit strafrechtlichen Ermittlungen der US-Umweltbehörde EPA konfrontiert, mit möglicherweise milliardenschweren Bussen, Schadenersatzklagen von Autofahrern und vielleicht sogar Forderungen von Menschen mit Lungenkrebs. Vielleicht gab es zusätzlich auch Verstösse gegen Ad-hoc-Meldepflichten nach Bekanntgabe der US-Ermittlungen. Das könnte Forderungen von Anlegern Tür und Tor öffnen. Vom Imageschaden ganz zu schweigen. Operativ hat VW auf jeden Fall nicht nur die Auslieferung von Diesel-PKWs in die USA gestoppt, sondern vorsichtshalber schon einmal eine ergebniswirksame Rückstellung für möglicherweise bevorstehende Belastungen aus dem Skandal in der Höhe von 6,5 Milliarden Euro gebildet.

Immerhin: Nach dem Crash Anfang der Woche schaffte die Aktie im Bereich der starken Unterstützung und wichtigen psychologischen Marke von 100 Euro einen starken Rebound. Obwohl am Mittwoch fast alle Titel im DAX im Minus lagen, kletterten die im Index notierten VW-Vorzugsaktien entgegen dem Trend um rund 5 Prozent. Eine solch deutliche Kursumkehr hatte es bei diesem Titel bereits im Oktober 2010 und im gleichen Monat ein Jahr später gegeben. Damals folgten jeweils auf den Sprung über die 100-Euro-Marke monatelange Kurssteigerungen bis in den Bereich von 135 und 140 Euro. Im vergangenen März notierte die Aktie übrigens auf ihrem Allzeithoch bei 255,20 Euro.

Hohe Unsicherheit – warum VW eine Wette wert ist

Aber nicht nur wegen dieser technischen Reboundsitutation ist VW aktuell brandheiss, sondern gleich aus zwei weiteren Gründen: Zum einen ist da die fundamentale Bewertung. Ursprünglich wäre bei VW ein Vorsteuergewinn in diesem Jahr leicht über dem Vorjahresniveau von 14,8 Milliarden Euro vorstellbar gewesen. Nun gibt es die bilanztechnische Rückstellung und wahrscheinlich einen gebremsten Verkauf infolge des Imageschadens. Vielleicht fällt der Gewinn dadurch in diesem Jahr auf die Hälfte. Nach einem Plus von 21,90 Euro je Aktie im 2014 sind möglicherweise nur noch etwa 10,0 bis 12,0 Euro je Aktie drin.

Wie sich der Abgas-Schwindel in den nächsten Jahren auswirken wird, kann jetzt aber noch kaum jemand sagen. Aber wie im Leben gilt auch meist an der Börse: Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wurde. Und vor diesem Hintergrund rückt jetzt der Buchwert von VW in den Fokus. Das Eigenkapital je Aktie liegt bei 185,91 Euro. Derzeit bekommen Anleger den Titel mit einem Discount von 40 Prozent zum Buchwert. Im Vergleich zur Konkurrenz – insbesondere BMW und Daimler – ist VW da massiv unterbewertet, denn die Autobauer aus München und Stuttgart bringen es auf KBVs von 1,4 und 1,7.

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Risikofreudige Anleger steigen jetzt mit einem noch grösseren Discount ein

Wer die Börse kennt, der weiss: Buchwertspekulationen, also der Kauf von Aktien weit unter dem Eigenkapitalwert, bringen oft einen schönen Gewinn. Bei VW immer vorausgesetzt, die genannten Belastungen steigen wider Erwarten nicht in ungeahnte Dimensionen.

Anleger können das bei VW zwar mit dem Kauf der Aktie umsetzen, aber ein anderes Vehikel ist im Moment noch um einiges attraktiver: Discount-Zertifikate. Damit profitieren mutige Anleger nämlich von der aktuell enorm hohen Volatilität der VW-Aktie infolge des Crashs. Lag die Volatilität, also das Mass für die Schwankungsfreudigkeit einer Aktie und damit für das Risiko, bei VW auf Sicht von drei Jahren im Durchschnitt bei rund 30 Prozent, so ist sie infolge der Kursturbulenzen in den letzten Tagen auf 195 Prozent hochgeschossen.

VW-Discounter – jetzt so attraktiv wie selten

Beim Disounter wirkt sich die hohe Volatilität folgendermassen aus: Das Zertifikat hat einen je nach Produkt mehr oder weniger hohen Cap, also eine Obergrenze bis zu der Anleger von steigenden Kursen profitieren können, und zudem wird das Zertifikat, wie der Name sagt, mit einem Discount gegenüber der Aktie gehandelt. Und der Discount ist eben umso grösser, je höher die Volatilität ist. Mit steigendem Discount verbessern sich die Renditechancen, beispielsweise im Seitwärtsmarkt. Die theoretisch erreichbare Maximalrendite bis zum Cap und noch dazu der Sicherheitspuffer – der Discount – sind bei hoher Volatilität besonders attraktiv.

Aktuell hat beispielsweise Vontobel einen Discounter auf VW Vorzüge emittiert (ISIN: DE000VS40704, Laufzeit 18.12.15, Cap 92,0 Euro, Bezugsverhältnis 1:1). Beim aktuellen Kurs des Derivats von rund 87 Euro gibt es beim Kurs der Aktie von etwa 112 Euro nicht nur einen Sicherheitspuffer von rund 23 Prozent, sondern auch eine Seitwärtsrendite von rund 6 Prozent bis zum Dezember. Auf ein Jahr hochgerechnet sind das immerhin rund 25 Prozent.

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