GAM gehört in diesem Jahr zu den grössten Verlierern an der Schweizer Börse. Seit des Abgangs von Tim Haywood im Juli hat sich mehr als die Hälfte des Börsenwerts in Luft aufgelöst. GAM suspendierte den Manager, nachdem sein Fehlverhalten bekannt wurde. Als Folge der Affäre verlor der Vermögensverwalter Milliarden an Kundenvermögen.

Die anhaltende Krise führte schliesslich Anfang November zum Rücktritt von CEO Alexander Friedman. Gerüchten zufolge war der Vermögensverwalter sogar im Gespräch mit Konkurrenten, die sich für Unternehmensteile interessierten.

Jetzt nutzt ein US-Milliardär den Wertzerfall von GAM zum Einstieg: Milliardär Mario Gabelli hat laut der Agentur Bloomberg über seine Gesellschaft Gamco drei Prozent am Vermögensverwalter gekauft.

Umbau bei GAM

Der neue GAM-Chef startet derweil einen Umbau. Dabei komme es auch zu einem Stellenabbau, hiess es in einer Reuters am Dienstag vorliegenden internen Mitteilung von CEO David Jacob an die Belegschaft. Aktien- und Anleihe-Anlage-Teams in London, Zürich und New York sollen demnach gestrafft werden. Die betroffenen Mitarbeiter seien bereits informiert worden.

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Branchenkreisen zufolge dürften von den insgesamt 188 Jobs in dem Bereich rund 20 wegfallen. Insgesamt beschäftigt GAM rund 900 Mitarbeiter. Ein Firmen-Sprecher wollte sich zum Abbau nicht äussern.

Dem Memo zufolge will GAM mit dem Umbau der Profitabilität auf die Sprünge helfen. In einem ersten Schritt will sich GAM im festverzinslichen Geschäft auf vier Bereiche konzentrieren. Dabei handele es sich um Schwellenländer-Anleihen, globale Unternehmenskredite, forderungsbesicherte Wertpapiere und globale Anleihen. Das europäische Aktien-Geschäft wolle GAM in einem Team zusammenfassen. GAM prüfe weitere Massnahmen, die für Ertragswachstum und eine Reduktion der Komplexität sorgen sollen.

(mbü)