Globalisierung, gesellschaftliche Trends, ein wachsender Anteil an Frauen in der Arbeitswelt, mehr Menschen mit Migrationshintergrund und Wertewandel haben dazu geführt, dass sich der Umgang mit Diversität von einem Nice-to-have zu einem Must-have entwickelt hat. Doch mit einer kunterbunten Mischung von Geschlechtern, Alterskohorten oder sozialen Hintergründen alleine ist der Erfolg in der sich immer schneller verändernden Unternehmenswelt nicht mehr gegeben. Zentral ist mittlerweile auch die Vielfalt an Kompetenzen. «Nebst fachlichen werden künftig auch die überfachlichen Kompetenzen wie Veränderungs- oder Kollaborationskompetenz immer wichtiger werden», sagt Nicole Thüler, Leiterin Learning & Development a. i. bei der Mobiliar.

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Weitere Kompetenzen, die als Erfolgsfaktoren für Teams identifiziert worden sind, seien: Vertrauen, Sinnhaftigkeit und Wirkung, Selbstverantwortung, Teamgeist, Lernen und Entwicklung. «Hierfür stellen wir entsprechende Teamentwicklungsangebote zur Verfügung.» Zudem fördert das Unternehmen die Selbstorganisation und die Interdisziplinarität. «Mit der interdisziplinären Zusammenarbeit nutzen wir die kollektive Intelligenz und stellen sicher, dass diese ausgeschöpft wird, was wiederum die Diversität der Kompetenzen stärkt», betont Nicole Thüler.

Allianz setzt auf transversale Kompetenzen

Auch bei der Allianz stehen die transversalen Kompetenzen immer mehr im Mittelpunkt. «Aktuell legen wir einen Schwerpunkt auf die neuen Formen der Zusammenarbeit», sagt Thomas Duttwiler, Trainingsmanager der Allianz Suisse. «Zudem begleiten wir die Agilisierung unserer Organisation mit erlebnisbasierten Lernformaten.»

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Damit die Kompetenzen möglichst über die gesamte Organisation verteilt sind, werden kollaborative Lernformen wie Communitys oder teamübergreifende Workshops genutzt. «Diese haben den Vorteil, dass verschiedene Kompetenzen zusammenkommen und sich gegenseitig verstärken. Durch die Durchmischung geben die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bereichen ihre Erfahrungen unternehmensweit weiter und die Kompetenzen verteilen sich in die Breite.»

Generali mit Skills-Tracking

Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung und der seit Covid-19 stark veränderten Arbeitsweise bringt auch Generali Schweiz neue Skills ins Unternehmen. «Emotionale Intelligenz wird in einer zunehmend vernetzten, agilen und hybriden Arbeitswelt immer zentraler», sagt Rebecca Schraner, Head of Human Capital Management. «Daher ist Diversity Management bei uns strategisch und kulturell ausgerichtet. Unsere Teams müssen so unterschiedlich sein wie unsere Kunden, denn nur so können sie unser Versprechen, Lifetime-Partner zu werden, im Markt einlösen.»

Um die Kompetenzen im gesamten Unternehmen ideal zu verteilen, steht das Recruitingteam im stetigen Austausch mit der Linie. «Zudem tracken wir die Kompetenzen und Fähigkeiten, damit wir unseren Mitarbeitenden Up- und Re-Skilling-Angebote zur Verfügung stellen können.» Mit den Unconscious-Bias-Trainings hat Generali Schweiz einen weiteren Schritt gemacht. «Wir möchten unsere Mitarbeitenden und vor allem auch Führungskräfte über unbewusste Vorurteile aufklären und diese explizit machen», erklärt Rebecca Schraner.

Bei allen Bemühungen um Diversität und Inklusion sollte aber nicht vergessen gehen: Zu glauben, dass nur eine möglichst bunte Organisation das Unternehmen weiterbringt, ist naiv. Diversität ist kein Allheilmittel. Zentral ist es, dass die Verantwortlichen im Unternehmen wissen, wo die Herausforderungen der Zukunft liegen. Diese zu meistern, fällt mit diversen Teams wesentlich leichter als mit gleichgeschaltetem Humankapital.