Der im August publizierte «Global Insurance Market Index» von Marsh weist für das zweite Quartal 2020 einen Anstieg von 19 Prozent für eine aus allen Nicht-Leben-Versicherungsprodukten zusammengesetzte Preisveränderung aus. Der Index wurde 2012 für die Unternehmensversicherungspreise geschaffen. Dies ist der stärkste Anstieg seit 2012, deshalb spricht man nun von einem harten Markt. Ein Grund dafür sind grössere und vermehrte Schadenereignisse. Bei einer Analyse der Halbjahreszahlen 2020 von 27 Industrie-Versicherungsgesellschaften hat sich eine durchschnittliche Combined Ratio bei 99 Prozent mit einer Spanne von 78 bis 116 Prozent ergeben. Diese Kennzahl bezeichnet das Verhältnis zwischen Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Abschlusskosten einerseits und den Prämieneinnahmen anderseits. Covid-19 trägt das Seine dazu bei.

30 Milliarden Franken Schaden

Schätzungen vom 18. September 2020 für siebzig multinationale Versicherungsgesellschaften gehen von 30 Milliarden Franken durch Corona bedingte Schäden aus, die bezahlt werden müssen. Versichert sind dabei unter anderem Annullationen von Grossanlässen, Ertragsausfälle, Kredit- und andere Verluste. Die tiefen Zinsen sind ein weiterer Grund für den Prämienanstieg, weil die Versicherer nicht genügend Erträge auf ihren Anlagen erwirtschaften können.