Sie spricht wahnsinnig schnell, obwohl Deutsch nicht ihre Muttersprache ist. Effizienz ist wichtig, denn die nächste Aufgabe wartet bestimmt schon auf dem Schreibtisch. Nathalie Follonier-Kehrli leitet die Kommunikation und den Rechtsdienst bei der Vaudoise und amtet gleichzeitig als Generalsekretärin. «Diese Vielfalt fordert einige geistige Flexibilität», gibt sie zu. «Aber die Bereiche sind gar nicht so unterschiedlich, wie man denken könnte», ergänzt sie. Schliesslich müssen die Kundinnen und Kunden die juristischen Argumente verstehen – Kommunikation wird damit zur Schlüsselfunktion. Umgekehrt müssen die Kommunikationsleute auch die rechtlichen Voraussetzungen genau kennen und in der Lage sein, die verschiedenen Zielgruppen mit Informationen zu versorgen.

Juristin und PR-Fachfrau

Nathalie Follonier-Kehrli hat eigentlich einen klassischen juristischen Weg eingeschlagen und kam mit dem Anwaltspatent ausgerüstet zur Vaudoise. Sie war aber schon immer vielseitig begabt und konnte, als ihr mit 32 Jahren das Generalsekretariat angeboten wurde, aus dem Vollen schöpfen. Sie bildete sich zur PR-Fachfrau aus, weil sie dort genauso sattelfest sein wollte wie im Rechtsdienst.

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Aus unternehmerischer Sicht ist ihr Aufgabenbereich enorm gewachsen. War sie bei Stellenantritt noch allein für die Unternehmenskommunikation verantwortlich, so sind es inklusive der Mitarbeitenden im Sprach- und Übersetzungsdienst mittlerweile elf Expertinnen und Experten in diesem Team. «Wir haben eine einheitliche interne Kommunikation aufgebaut, eine Corporate Social Responsibility Charta geschaffen und rapportieren mittlerweile auch über Nachhaltigkeit.» Auch die Juristen haben sich unter Follonier-Kehrli von drei auf neun verdreifacht, ausserdem sind ein Datenschutzverantwortlicher und das Team, das sich um Versicherungsmissbrauch kümmert, dazugekommen. Insgesamt ist die Westschweizerin verantwortlich für rund 30 Mitarbeitende.

Mehr Luft für Strategisches

Aus Führungssicht scheint sie zwar locker und direkt geblieben zu sein: «Ich sehe mich als Spielertrainerin, die volles Vertrauen zu ihren Mitarbeitenden hat.» Als Schlüsselbegriff nennt sie Empowerment – eine Managerin sollte ihrer Meinung nach einen unterstützenden Arbeitsraum schaffen, Leistungen anerkennen und ein offenes Ohr haben. Dennoch ist das flache Organigramm, das die 46-Jährige lange aufrechterhalten konnte, an Grenzen gestossen. «Ich musste mir selbst etwas Luft verschaffen, um mehr Zeit für strategische Entscheide zu haben», erzählt sie. Deshalb hat sie kürzlich einen Leiter Unternehmenskommunikation eingestellt.

Die positive Dynamik und der direkte Draht zu ihren Mitarbeitenden liegen ihr nach wie vor am Herzen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie punkto Vereinbarung von Beruf und Familie eine Vorbildrolle innehat. Sie ist Mutter einer achtjährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes und konnte mit der Geburt des ersten Kindes nicht nur auf 80 Prozent reduzieren, sondern auch zwei Tage im Homeoffice arbeiten. Solche Lösungen möchte sie ihrem Team auch bieten können. «Für mich ist diese Chance ein Glück», sagt die Managerin und ergänzt: «Frauen und Männer mit kleinen Kindern brauchen Flexibilität. Im Gegenzug haben sie sehr viel Engagement zu bieten.»